- 502-cm³-Reihenvierzylinder mit 72 PS (53,0 kW) bei 11.000 U/min, A2-Version mit 35 kW
- Honda E-Clutch serienmäßig, drei Fahrmodi plus zwei frei einstellbare USER-Modi
- In Großbritannien ab Januar 2027 für 6.999 Pfund (circa 8.310 Euro / 9.330 US-Dollar)
Lange war unklar, ob Hondas neuer kleiner Vierzylinder jemals nach Europa kommt. Gezeigt wurde er zuerst in China, später folgte in Japan eine 400er-Version. Jetzt ist die Sache entschieden: Die CBR500R Four zählt zu den Honda-Neuheiten des Modelljahrgangs 2027 und wird auch hierzulande angeboten. Damit gibt es in der kleinen Sportklasse von Honda künftig zwei Motorräder mit fast gleichem Namen, aber völlig unterschiedlichem Motor. Der Zusatz Four macht dabei den entscheidenden Unterschied.

Was unterscheidet die CBR500R Four von der bekannten CBR500R?
Der wichtigste Unterschied steckt im Motor: Die bisherige CBR500R fährt mit einem Reihenzweizylinder mit 471 cm³, die CBR500R Four dagegen mit einem neu entwickelten Reihenvierzylinder mit 502 cm³. Beide Modelle sollen nebeneinander im Programm stehen.
Dazu kommen ein eigenes Fahrwerk und deutlich mehr Elektronik. Die Four bekommt einen neuen Stahlrohrrahmen, die E-Clutch als Serienausstattung, Fahrmodi und eine einstellbare Traktionskontrolle. Optisch geht sie ebenfalls eigene Wege. Preislich liegen die beiden Schwestern dagegen eng beieinander. In Großbritannien kostet die Four nur 100 Pfund (circa 120 Euro / 135 US-Dollar) mehr als die Zweizylinder-Version.
Honda selbst spricht von einem Sportmotorrad für eine neue, jüngere Generation von Fahrern. Die Maschine soll sportlichen Fahrspaß am Wochenende bieten, im Alltag aber trotzdem gut nutzbar bleiben.
Welchen Motor hat die Honda CBR500R Four 2027?
Die CBR500R Four hat einen neu entwickelten Reihenvierzylinder mit 502 cm³, der laut Honda 72 PS (53,0 kW) bei 11.000 U/min leistet. Das maximale Drehmoment von 47,4 Nm (35 lb-ft) liegt bei 9.750 U/min an, der rote Bereich beginnt erst bei 12.500 U/min.
Die Zahlen zeigen schon, wohin die Reise geht: Leistung und Drehmoment kommen weit oben im Drehzahlband. Honda betont trotzdem, dass der Motor auch aus niedrigen Drehzahlen sauber ziehen soll. Wer die volle Leistung abrufen will, muss aber fleißig schalten.
Für Fahrer mit A2-Führerschein bietet Honda ab Werk eine Variante mit 35 kW (48 PS) an.
Wie ist der neue Vierzylinder aufgebaut?
Der flüssigkeitsgekühlte Motor hat zwei obenliegende Nockenwellen und vier Ventile pro Zylinder. Bohrung und Hub messen 60 und 44,4 Millimeter, die Verdichtung liegt bei 12,3:1. Die Bohrung ist also deutlich größer als der Hub. Ein solcher Motor wird Kurzhuber genannt und dreht gern hoch.
Technisch ist der 500er eine aufgebohrte Version des neuen 400er-Motors aus der CB400 Super Four für Japan. Beim Schritt auf mehr Hubraum hat Honda an mehreren Stellen nachgebessert:
- Die Zylinderwände sind mit Nickel-Siliziumkarbid beschichtet. Dadurch braucht der Motor keine eigenen Laufbuchsen, das spart Gewicht und senkt die Reibung.
- Am Ventiltrieb sorgt eine diamantähnliche Kohlenstoffschicht (DLC) für weniger Reibung.
- Die Wellen im Motor sind so angeordnet, dass er von vorne nach hinten kürzer baut. Das bündelt die Masse in der Mitte des Motorrads.
Die Luft gelangt über zwei Ram-Air-Kanäle unter den Scheinwerfern in eine 5,8 Liter große Airbox. Die sitzt direkt über den Brennräumen, die Luft strömt also von oben in den Motor. Honda nennt das Fallstrom-Ansaugung. Sie soll schneller auf Gasbefehle reagieren als eine waagerechte Anordnung. Die Ansaugtrichter sind unterschiedlich lang, 70 Millimeter an den äußeren und 90 Millimeter an den inneren Zylindern. Das soll vor allem einen eigenen Ansaugsound erzeugen.
Beim Auspuff erinnert Honda an die eigene Geschichte. Die 4-2-1-Anlage mit seitlich geführten Krümmern greift die CB400F von 1975 auf, das erste Vierzylinder-Motorrad der 400er-Klasse. Der Schalldämpfer mit zwei Kammern ist dagegen neu konstruiert. Ein geregelter Katalysator und zwei Lambdasonden sorgen dafür, dass die Abgasnorm Euro 5+ eingehalten wird.

Wie funktioniert die E-Clutch an der CBR500R Four?
Die E-Clutch übernimmt das Kuppeln beim Anfahren, Schalten und Anhalten automatisch. Der Fahrer wählt die Gänge weiter selbst mit dem Fußschalthebel aus, den Kupplungshebel muss er aber nicht mehr ziehen.
Gesteuert wird die Kupplung von zwei kleinen Elektromotoren. Sie sitzen in einer Einheit unter einem Deckel auf der linken Motorseite. Beim Ein- und Auskuppeln passt die Elektronik gleichzeitig Zündung und Einspritzung an. Dafür wertet das System unter anderem Tempo, Drehzahl, Gasgriffstellung, eingelegten Gang und den Druck auf den Schalthebel aus. Laut Honda klappt sogar das Anfahren am Berg, ohne dass der Motor abstirbt. Die Gangwechsel sollen schneller und weicher ablaufen als mit einem klassischen Schaltassistenten.
Weil auch der Gasgriff elektronisch arbeitet, kann die E-Clutch beim Herunterschalten kurz Zwischengas geben. So passt die Motordrehzahl besser zur Geschwindigkeit des Hinterrads. Merkt das System, dass das Hinterrad bei hektischem Runterschalten oder hartem Bremsen zu stempeln beginnt, greift es über die Kupplung ein und beruhigt das Motorrad. Mechanisch ist zusätzlich eine Anti-Hopping-Kupplung verbaut.
Auch das Getriebe wurde angepasst. In den ersten beiden Gängen greifen sieben, ab dem dritten Gang acht Schaltklauen ineinander. Das verkürzt die Schaltwege und verringert das Spiel zwischen den Zahnrädern.
Lässt sich die E-Clutch abschalten?
Ja, die E-Clutch lässt sich über einen Schalter am Lenker komplett deaktivieren. Das geht im Stand mit eingelegtem Leerlauf, im Display erscheint dann ein M für manuellen Betrieb.
Der Kupplungshebel bleibt ohnehin am Lenker und kann jederzeit genutzt werden. Zieht der Fahrer ihn während der Fahrt, schaltet sich die Automatik danach von selbst wieder ein. Bei höherem Tempo dauert das weniger als eine Sekunde, bei niedrigem Tempo fünf Sekunden. Außerdem lässt sich einstellen, wie viel Kraft am Schalthebel nötig ist. Es gibt die Stufen Hard, Medium und Soft, getrennt für Hoch- und Runterschalten. Eine Schaltanzeige im Cockpit meldet sich, wenn ein zu hoher Gang eingelegt ist.
Fahrmodi, Traktionskontrolle und Wheelie Control
Die CBR500R Four hat drei feste Fahrmodi und zwei frei einstellbare. Jeder Modus kombiniert drei Einstellungen: die Leistungsentfaltung (Engine Power), die Bremswirkung des Motors beim Gaswegnehmen (Engine Brake) und die Traktionskontrolle HSTC. Für jeden dieser Werte gibt es drei Stufen.
- STANDARD nutzt bei allen drei Werten die mittlere Stufe und ist für den Alltag gedacht.
- SPORT gibt die Leistung am direktesten frei (Stufe 3) und kombiniert das mit der niedrigsten Stufe bei Motorbremse und Traktionskontrolle.
- URBAN geht die Leistung am sanftesten an (Stufe 1), dazu kommen Motorbremse auf Stufe 2 und die stärkste Traktionskontrolle auf Stufe 3.
In den Modi USER1 und USER2 lassen sich alle drei Werte frei kombinieren. Nur hier kann die Traktionskontrolle auch ganz abgeschaltet werden. Die eigenen Einstellungen bleiben gespeichert und müssen nach dem Ausschalten der Zündung nicht neu gewählt werden. Laut Datenblatt hat die Maschine außerdem eine Wheelie Control, die ein ungewolltes Steigen des Vorderrads begrenzt.

Fahrwerk, Bremsen und Gewicht im Überblick
Der neue Stahlrohrrahmen nutzt den Motor als tragendes Bauteil. Das spart Gewicht, denn der Rahmen selbst wiegt nur 14 kg (31 lbs). Vollgetankt bringt die CBR500R Four 189 kg (417 lbs) auf die Waage. Der Radstand beträgt 1.412 Millimeter, der Lenkkopfwinkel 25 Grad und der Nachlauf 99 Millimeter.
Vorne arbeitet eine 41 Millimeter dicke Upside-Down-Gabel von KYB mit 109 Millimeter Federweg. Sie ist nicht einstellbar. Hinten federt ein Zentralfederbein über eine Pro-Link-Umlenkung an einer Aluminiumschwinge. Hier lässt sich die Vorspannung in fünf Stufen anpassen, der Federweg liegt bei 119 Millimetern.
Gebremst wird vorne mit zwei schwimmend gelagerten 296-Millimeter-Scheiben und radial montierten Zweikolbenzangen von Nissin. Hinten kommt eine 240-Millimeter-Scheibe mit Einkolbensattel zum Einsatz. Ein Zweikanal-ABS ist Serie. Die Gussräder mit fünf Y-förmigen Speichen tragen Pirelli Diablo Rosso IV in 120/70-ZR17 vorne und 160/60-ZR17 hinten.
Die Sitzposition ist mit Lenkerstummeln klar sportlich und nach vorne geneigt. Mit 780 Millimetern ist die Sitzbank aber niedrig, und der schmale Rahmen soll es leichter machen, mit den Füßen auf den Boden zu kommen. Der Wendekreis von 2,9 Metern ist auf Stadtverkehr und Einsteiger ausgelegt.
Cockpit, Licht und Design der CBR500R Four
Im Cockpit sitzt ein 5-Zoll-Farbdisplay. Honda hat den Spalt zwischen Glas und Bildschirm mit einem Harz versiegelt. Diese Technik heißt Optical Bonding und soll Spiegelungen bei Sonne verringern. Das Display bietet drei Ansichten: Balken, Kreis und eine reduzierte Darstellung.
Bedient wird alles über einen beleuchteten Vierwege-Schalter am linken Lenker. Per Honda RoadSync lässt sich ein Smartphone mit iOS oder Android koppeln. Dann zeigt das Display Abbiegehinweise für die Navigation, außerdem lassen sich über ein Bluetooth-Headset im Helm Telefonate führen und Musik hören. Eine USB-C-Buchse unten rechts am Display lädt das Handy. Zur Ausstattung gehören außerdem die Wegfahrsperre HISS und ein Notbremssignal (Emergency Stop Signal).
Optisch soll die CBR500R Four den Auftritt der großen Honda-Supersportler in die Mittelklasse holen. Vorne sitzen zwei LED-Projektionsscheinwerfer unter einem schmalen Tagfahrlicht, die Blinker sind in die Verkleidung eingelassen. Die Seitenverkleidungen bestehen aus mehreren Lagen und sollen die Luft gezielt durch das Motorrad leiten. Hinten steigt das Heck deutlich an und endet mit einem LED-Rücklicht. Der Tank fasst 14 Liter.

Woher stammt Hondas neuer Vierzylinder?
Der Motor hat eine längere Vorgeschichte. Erstmals zeigte Honda die CBR500R Four und die Naked-Schwester CB500 Super Four im September 2025 auf der Messe CIMA in China. Technische Daten gab es damals nicht. Erst Ende 2025 tauchten die ersten Werte in chinesischen Zulassungsunterlagen auf. Zusätzlich sicherte sich Honda den Namen CBR500R Four als Marke in der EU, was bereits auf einen Start in Europa hindeutete.
Im März 2026 folgten auf der Osaka Motorcycle Show die CB400 Super Four und die CBR400R Four mit 399 cm³ als seriennahe Studien für Japan. Im Juli 2026 bestätigte Honda die Produktion der beiden 400er, die ab August und September in ausgewählten japanischen Händlerbetrieben standen. Zu Europa äußerte sich der Hersteller damals noch nicht.
Die CB400 Super Four hat in Japan eine lange Tradition. Über 30 Jahre war sie dort im Programm, bevor die Produktion 2022 endete. Nach einer Pause von vier Jahren kehrte sie 2026 mit neuem Motor zurück. Die CBR500R Four ist nun die größere Version dieser neuen Familie für einen breiteren Markt.
Wann kommt die CBR500R Four und was kostet sie?
In Großbritannien kommt die CBR500R Four im Januar 2027 zu den Händlern und kostet dort 6.999 Pfund (circa 8.310 Euro / 9.330 US-Dollar). Einen Preis für Deutschland hat Honda bislang nicht genannt.
Angeboten wird die Maschine in zwei Farben:
- Ignition Red (Tricolour) mit großen weißen Honda-Schriftzügen, blauen Flächen und weißen Streifen auf dem Tank
- Mat Ballistic Black Metallic als deutlich zurückhaltendere Variante mit dunklen Schriftzügen
In ihrer Klasse trifft die CBR500R Four unter anderem auf die Kawasaki ZX-4RR, die Kove 450RR und die ZXMoto 500RR.

Welches Zubehör bietet Honda für die CBR500R Four an?
Honda bietet zum Start eine kleine Auswahl an Originalzubehör an. Dazu zählen eine Tasche für den Soziussitz, Heizgriffe, eine höhere Windschutzscheibe, ein Tankschutz und Knie-Grip-Pads. Gegen Diebstahl gibt es zusätzlich eine Alarmanlage mit akustischem Signal.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Honda CBR500R Four 2027?
Die Honda CBR500R Four 2027 leistet 72 PS (53,0 kW) bei 11.000 U/min. Das maximale Drehmoment beträgt 47,4 Nm bei 9.750 U/min. Für den A2-Führerschein gibt es eine Version mit 35 kW.
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Was kostet die Honda CBR500R Four?
In Großbritannien kostet die CBR500R Four 6.999 Pfund, umgerechnet circa 8.310 Euro oder 9.330 US-Dollar. Das sind 100 Pfund mehr als bei der Zweizylinder-CBR500R. Einen deutschen Preis hat Honda noch nicht veröffentlicht.
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Wann kommt die Honda CBR500R Four auf den Markt?
Die CBR500R Four ist ein Modell für das Jahr 2027. In Großbritannien steht sie ab Januar 2027 bei den Händlern.
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Kann man die CBR500R Four mit dem A2-Führerschein fahren?
Ja, Honda bietet ab Werk eine Version mit 35 kW (48 PS) für den Führerschein A2 an. Damit erfüllt sie die Leistungsgrenze dieser Klasse.
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Muss man bei der CBR500R Four noch kuppeln?
Nein, die serienmäßige E-Clutch übernimmt das Kuppeln beim Anfahren, Schalten und Anhalten. Geschaltet wird weiter mit dem Fuß. Der Kupplungshebel bleibt aber am Lenker und kann jederzeit genutzt werden.












