- Gesamtsieger: „Mugen“ auf Basis der CB750 Hornet von Mototrofa (Portugal) mit 10.092 Stimmen
- Off-Road-Sieger: „Saharja“ auf Basis der XL750 Transalp von DRS Custom Cycles (Italien) mit über 4.800 Stimmen
- Rekord: 42.119 Stimmen aus 102 Ländern, 39 Prozent mehr als 2025
Den Anfang machte das Wheels and Waves Festival im französischen Biarritz im Juni, das Ende markiert die Bekanntgabe der Sieger im September. Beim Honda Customs 2026 traten zum ersten Mal zwei Modelle gegeneinander an: fünf umgebaute CB750 Hornet in der Kategorie On Road und fünf umgebaute XL750 Transalp in der Kategorie Off Road. Honda nannte das Duell „Battle of the Twins“, weil beide Motorräder vom gleichen Reihenzweizylinder mit 755 Kubikzentimetern angetrieben werden. Über den Sieger entschied allein das Publikum per Online-Abstimmung auf hondacustoms.com. Am Ende lag ein Streetfighter aus Portugal vorne, der in nur sechs Wochen entstanden ist.

Wer hat Honda Customs 2026 gewonnen?
Gesamtsieger ist „Mugen“, eine umgebaute Honda CB750 Hornet des portugiesischen Händlers Mototrofa. Sie bekam 10.092 der insgesamt 42.119 Stimmen und gewinnt damit sowohl die Kategorie On Road als auch die Gesamtwertung.
Laut Honda entspricht das knapp 24 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Innerhalb der Hornet-Kategorie lag der Anteil sogar bei 36 Prozent. Kein anderer der zehn Umbauten kam auf eine ähnliche Zahl. Der Zweitplatzierte in der On-Road-Wertung erreichte etwas mehr als 6.900 Stimmen, der Sieger der Off-Road-Wertung etwas mehr als 4.800.
Wie ist die Hornet „Mugen“ umgebaut?
Mugen macht aus der CB750 Hornet einen deutlich aggressiveren Streetfighter, ohne dass die Herkunft verloren geht. Als Leitsatz für den Umbau nennt Mototrofa den Grundsatz, dass die Form der Funktion folgen soll und nicht umgekehrt.
Auffälligstes Merkmal ist die Lackierung in einem dunklen Waldgrün, die sich über alle Verkleidungsteile zieht. Dazu kommen goldene Akzente am Hinterrad, am kurzen Custom-Auspuff und an der Gabel sowie viele Teile aus Sichtcarbon. Unter dem Scheinwerfer sitzen eigens entwickelte Winglets aus Carbon, die an die aerodynamischen Flügel aus der MotoGP erinnern.
Auch technisch hat das Team einiges verändert:
- eigene Schwinge, stark gekürztes Heck und geändertes Rahmenheck
- neuer Bugspoiler unter dem Motor
- Stummellenker und eigens gefertigte Sitzbank
- abgesenkte Front, die dem Motorrad eine nach vorne geneigte Haltung gibt
- versetzte Instrumente und Änderungen am Fahrwerk
Sechs Wochen von der Idee bis zum fertigen Motorrad
In einem Interview mit Honda erzählt das Team, dass der gesamte Umbau nur sechs Wochen gedauert hat. Die Erfahrung aus dem früheren Siegerprojekt habe geholfen, schneller Entscheidungen zu treffen. Trotzdem war die Zeit einer der größten Gegner, weil mehrere Teile erst entworfen, gefertigt und während des Aufbaus noch einmal angepasst werden mussten.
Die größte Hürde war nach Aussage der Portugiesen nicht die Technik, sondern Lack und Grafik. Das Team probierte mehrere Richtungen aus und entschied sich am Ende bewusst für eine zurückhaltende Variante. Dabei nahmen die Portugiesen in Kauf, dass ein wilderes Design auf den ersten Blick vielleicht mehr Aufmerksamkeit bekommen hätte. Das Team fasst es so zusammen: “The challenge was to find the right visual language and, just as importantly, to know when to stop.” Auf Deutsch: „Die Herausforderung bestand darin, die richtige visuelle Sprache zu finden und, genauso wichtig, zu wissen, wann man aufhören muss.“
Hinter Mugen steht ein kleines Team. Paulo Ferreira verantwortete die kreative Leitung, Guilherme Silva kümmerte sich um Kommunikation und kreative Unterstützung, Ivaldo Lima und Flávio Ferreira setzten den Umbau in der Werkstatt um. Als Wunschbasis für ein mögliches nächstes Projekt nennt das Team die Honda CB1000F.

Warum ist der Sieg für Mototrofa etwas Besonderes?
Mototrofa gewinnt den Wettbewerb bereits zum zweiten Mal. Den ersten Titel holte der Händler 2021 mit „Fenix“, einem Umbau der CB650R.
Damit ist Mototrofa erst der zweite Teilnehmer mit zwei Siegen. Das gelang vorher nur Maan Motocicli Audaci aus Italien, die 2022 mit dem Rebel-Umbau „Maanboard“ und 2025 mit dem GB350S-Bobber „Hachimaan“ gewonnen hatten. Neu ist außerdem, dass erstmals eine Hornet den Gesamtsieg holt. Für Portugal ist es insgesamt schon der dritte Titel in sieben Ausgaben, denn 2023 hatte Art on Wheels zusammen mit der Künstlerin Tamara Alves mit der „Furiosa“ Dax gewonnen.
Paulo Ferreira beschreibt, was der zweite Titel für die Mannschaft bedeutet: “This victory carries a strong personal significance for all the people in Mototrofa. Having the opportunity to have two winning projects in a European competition of this scale is something that makes us genuinely proud, especially because behind every project there is a team, countless hours of work, discussion, attention to detail, and above all, a great deal of dedication.” Auf Deutsch: „Dieser Sieg hat für alle Menschen bei Mototrofa eine große persönliche Bedeutung. Die Möglichkeit zu haben, mit zwei Projekten in einem europäischen Wettbewerb dieser Größenordnung zu gewinnen, macht uns wirklich stolz, vor allem, weil hinter jedem Projekt ein Team steht, unzählige Arbeitsstunden, Diskussionen, Liebe zum Detail und vor allem sehr viel Hingabe.“
Die Sieger von Honda Customs seit 2020
- 2020: „Africa Four“ auf Basis der CB1000R von Brivemo Motos (Schweiz)
- 2021: „Fenix“ auf Basis der CB650R von Mototrofa (Portugal)
- 2022: „Maanboard“ auf Basis der CMX500 Rebel von Maan Motocicli Audaci (Italien)
- 2023: „Furiosa“ auf Basis der Dax von Art on Wheels mit Tamara Alves (Portugal)
- 2024: „Bunker Imprint“ auf Basis der CL500 von Bunker Custom Cycles (Türkei)
- 2025: „Hachimaan“ auf Basis der GB350S von Maan Motocicli Audaci (Italien)
- 2026: „Mugen“ auf Basis der CB750 Hornet von Mototrofa (Portugal)
Welche Transalp hat die Off-Road-Wertung gewonnen?
Die Off-Road-Wertung gewinnt „Saharja“, eine XL750 Transalp von DRS Custom Cycles aus Rom. Der Umbau erhielt mehr als 4.800 Stimmen, das sind 36 Prozent aller Stimmen für die Transalp-Umbauten.
Saharja ist ein Rallye-Konzept, das sich an der Rallye Dakar orientiert. Das Motto des Umbaus lautet sinngemäß „von der Wüste inspiriert, für die Reise gebaut“. Vorne sitzt ein handgefertigter Navigationsturm mit digitalem Roadbook, also der elektronischen Streckenbeschreibung, wie sie im Rallyesport genutzt wird, und einem TFT-Display. Die überarbeitete Front trägt die bekannte dreifarbige HRC-Lackierung und integrierte LED-Scheinwerfer mit hoher Leuchtkraft.
Dazu kommen goldene Felgen und ein goldener Lenker, eine hohe, lange Sitzbank aus einem Stück, CNC-gefräste Rennfußrasten aus Aluminium, Handprotektoren, ein Motorschutz aus Aluminium und seitliche Schutzbügel aus Stahl mit wasserdichten Packsäcken mit acht Litern Volumen. Zusätzliche, von Hand gefertigte Seitentanks aus Aluminium, grobstollige Reifen und ein hochgelegter Auspuff runden den Umbau ab.
Inhaber Paolo Di Russo sagt zum Sieg: “It was an honour being involved by Honda Italia in the Honda Customs 2026 contest. Working on a Transalp and giving it a Dakar style was definitely an exciting challenge.” Auf Deutsch: „Es war eine Ehre, von Honda Italia in den Wettbewerb Honda Customs 2026 einbezogen zu werden. An einer Transalp zu arbeiten und ihr einen Dakar-Stil zu geben, war auf jeden Fall eine spannende Herausforderung.“

Wer steht in beiden Kategorien auf dem Podium?
Auf der Straße folgen hinter Mugen die spanische „Last Lap“ und die polnische „Sting Honey“. Im Gelände landen hinter Saharja die britische „’86 Dakar Tribute“ und die französische „Ocean Nomad“.
On Road: Last Lap und Sting Honey
Platz zwei geht an Last Lap vom spanischen Händler Stilmoto, der mehr als 6.900 Stimmen bekam, rund 16 Prozent aller Stimmen. Der Umbau sieht aus wie ein Grand-Prix-Rennmotorrad aus den 1980er-Jahren. Die komplette Rennverkleidung wurde frisch aus einer rund 40 Jahre alten Originalform aus unbenutztem Altbestand gepresst, die Stilmoto noch in der Werkstatt hatte. Tank mit flacher Oberseite und kantiges Heck sind Einzelanfertigungen. Eine Einarmschwinge und ein eigener Auspuff machen das Motorrad unten und hinten schlanker.
Dritter wird Sting Honey vom polnischen Händler Honda Sokół, gebaut zusammen mit Steel Choppers. Es ist das erste Mal, dass ein Umbau aus Polen am Wettbewerb teilnimmt. Der Name spielt auf die Hornisse an: Die Lackierung zeigt ein Wabenmuster, und das neu aufgebaute Heck soll den Stachel der Hornet betonen. Verkleidungen, Tank, Sitzbank und Lenkerhalter sind Handarbeit. Dazu kommen Teile aus anderen Honda-Modellen, etwa der Scheinwerfer der CB125R in einer Café-Racer-Verkleidung und die Speichenräder des Rollers X-ADV. Sting Honey kam auf knapp 12 Prozent aller Stimmen.
Off Road: ’86 Dakar Tribute und Ocean Nomad
Zweiter im Gelände wird die ’86 Dakar Tribute von CJ Ball aus Großbritannien mit 20 Prozent der Off-Road-Stimmen. Sie erinnert an den Dakar-Sieg von Cyril Neveu im Jahr 1986 auf der NXR750. Typisch sind die aufwendige Wüstenlackierung, eine hoch verlegte, geschwärzte Doppelauspuffanlage, ein Fahrwerk mit mehr Federweg, ein hochgesetzter Vorderradkotflügel und Startnummerntafeln. In die Lackierung ist außerdem ein Zitat von Dakar-Gründer Thierry Sabine eingearbeitet: “A challenge for those who go, a dream for those who stay behind.” Auf Deutsch: „Eine Herausforderung für die, die fahren, ein Traum für die, die zurückbleiben.“
Dritter ist Ocean Nomad von CB77 by Gauvin aus Frankreich. Der Umbau verbindet Abenteuerlust mit alter Surfkultur und trägt eine absichtlich gealterte Optik. Die Frontverkleidung fehlt, stattdessen gibt es einen klassischen Rundscheinwerfer mit LED-Technik und eine braune Ledersitzbank. Lackiert ist die Transalp in verwaschenem Ozeanblau, Elfenbein und gebranntem Orange. Ein kurzer Auspuff, Kennzeichen im US-Stil und ein seitlicher Träger mit Surf- und Skateboard machen den Look komplett.
Welche Umbauten waren außerdem am Start?
Neben den sechs Podiumsplätzen traten vier weitere Umbauten an, darunter ein Beitrag aus Deutschland. Honda Deutschland schickte zusammen mit dem Umbauer Motocrew die Hornet „White Venom“ ins Rennen.
White Venom ist ein moderner Street Tracker mit weißer Lackierung, mattschwarzem Rahmen und Carbonfelgen von Rotobox mit Slicks von Dunlop. Ein Fahrwerk von Wilbers verändert die Haltung der Hornet, ein X-förmiger, einzeln gefertigter Auspuff mit Hitzeschutzband soll für einen kräftigen Sound sorgen. Dazu kommen ein stark gekürztes Heck, eine eigene Schwinge, eine Verkleidung aus Metall, Bremsscheiben in Klingenform, ein Rücklicht aus dem 3D-Drucker sowie CNC-gefräste Gabelbrücke und Lenker.
Die weiteren Teilnehmer:
- Concept 2077 (Schweiz, Stark Industries): Hornet mit Karosserieteilen aus dem 3D-Drucker, teilweise verkleideten Rädern und Lackierung in dunklem Candy-Rot mit Gold
- Ruth (Österreich, Reier Motors): Transalp im Stil der Baja-Wüstenrennen mit komplett neuen Verkleidungen in Violett und Neonrot und hochgelegtem Auspuff
- ATC750 (Benelux, Anquety Motor Sport): Transalp als modernes Dreirad für das Gelände mit neuer Schwinge, Hinterachse und überarbeitetem Antrieb

Wie lief die Abstimmung für Honda Customs 2026 ab?
Die Abstimmung lief vom 12. Juni bis zum 31. August 2026 online auf hondacustoms.com. Vorher standen alle zehn Motorräder vom 10. bis 14. Juni beim Wheels and Waves in Biarritz.
Laut Honda war es die bisher erfolgreichste Ausgabe des Wettbewerbs, der 2026 zum siebten Mal stattfand. Zum Vergleich: 2025 hatten nach Angaben des Herstellers etwas mehr als 30.000 Besucher abgestimmt. Die Stimmen verteilten sich deutlich: Die Hornet-Umbauten der Kategorie On Road bekamen 28.775 Stimmen, also 68,32 Prozent. Auf die Transalp-Umbauten entfielen 13.344 Stimmen oder 31,68 Prozent.
Neu war in diesem Jahr außerdem, dass die Designer der Serienmodelle jeden Umbau kommentierten. Giovanni Dovis hat die Hornet gestaltet, Valerio Aiello die Transalp. Beide arbeiten im Forschungs- und Entwicklungszentrum von Honda in Rom. Alle zehn Umbauten sind weiterhin auf hondacustoms.com zu sehen, unter anderem auf Deutsch.

Häufige Fragen
-
Wer hat Honda Customs 2026 gewonnen?
Gesamtsieger von Honda Customs 2026 ist „Mugen“, eine umgebaute CB750 Hornet des portugiesischen Händlers Mototrofa. Der Streetfighter bekam 10.092 von 42.119 Stimmen. Die Off-Road-Wertung gewann „Saharja“, eine XL750 Transalp von DRS Custom Cycles aus Rom.
-
Wie viele Stimmen gab es bei Honda Customs 2026?
Insgesamt wurden 42.119 Stimmen aus 102 Ländern abgegeben. Das sind laut Honda 39 Prozent mehr als 2025. Davon gingen 28.775 Stimmen an die Hornet-Umbauten und 13.344 an die Transalp-Umbauten.
-
Wie lange hat der Umbau der Honda Hornet Mugen gedauert?
Der Umbau hat nach Angaben des Teams nur sechs Wochen gedauert. Als größte Herausforderung nannte Mototrofa nicht die Technik, sondern die Suche nach der passenden Lackierung und Grafik.
-
Wer hat Honda Customs schon zweimal gewonnen?
Zwei Siege haben bisher nur Maan Motocicli Audaci aus Italien und Mototrofa aus Portugal. Maan Motocicli Audaci gewann 2022 und 2025, Mototrofa 2021 und 2026.












