- Basis: Honda CB750 Hornet aus dem Modelljahr 2027 mit 755-cm³-Reihenzweizylinder
- Umbau: Brembo-Radialbremszangen, Carbon-Aerodynamik unter dem Scheinwerfer, neues Heck und Banana-Schwinge
- Bauzeit: sechs Wochen vom ersten Entwurf bis zum fertigen Motorrad
Umbauten auf Basis alter Motorräder prägen seit Jahren die Custom-Szene. Café Racer, Scrambler und Tracker aus alten Maschinen sind weiter gefragt. Die Hornet Mugen geht einen anderen Weg. Mototrofa aus Portugal hat sich bewusst für ein aktuelles Serienmodell entschieden und es gezielt weiterentwickelt. Mit dem Umbau hat der Händler den europäischen Wettbewerb Honda Customs 2026 gewonnen. Die Mugen erhielt 10.092 von insgesamt 42.119 Stimmen, das sind knapp 24 Prozent. Für Mototrofa ist es nach der CB650R „Fénix“ aus dem Jahr 2021 bereits der zweite Sieg.

Auf welchem Motorrad basiert die Honda Hornet Mugen?
Die Hornet Mugen basiert laut Honda auf der CB750 Hornet des Modelljahrs 2027. Unter dem Umbau steckt also kein altes Spenderfahrzeug, sondern ein aktuelles Serienmodell.
Die heutige CB750 Hornet kam 2023 auf den Markt. Angetrieben wird sie von einem Reihenzweizylinder mit 755 cm³ und 270 Grad Hubzapfenversatz. Der Motor sitzt in einem leichten Diamantrahmen aus Stahl. Zum Modelljahr 2025 bekam die Hornet ein neues Gesicht mit zwei Projektionsscheinwerfern und ein überarbeitetes Fahrwerk.
Bei den Käufern kommt das Modell gut an. 2025 verkaufte Honda in Europa mehr als 10.000 Hornets. Damit gehört sie zu den meistverkauften Naked Bikes auf dem Kontinent. Mototrofa musste die Hornet also nicht neu erfinden. Das Team beschreibt die Serienmaschine als Motorrad mit einer starken eigenen Persönlichkeit, das trotzdem viel Raum für eigene Ideen lässt.
Was bedeutet der Name Mugen?
Mugen lässt sich aus dem Japanischen grob mit „ohne Grenzen“ oder „unendlich“ übersetzen. Gleichzeitig spielt der Name auf die japanische Tuning- und Motorsportfirma Mugen an, die seit Jahrzehnten eng mit Honda verbunden ist.
Genau diese Verbindung zum Rennsport war laut Mototrofa der Ausgangspunkt. Das Motorrad sollte auf den ersten Blick nach Leistung aussehen. Eine einfache Rennmaschinen-Replik wollte das Team aber nicht bauen. Stattdessen übernahm es Elemente wie die angriffslustige Haltung, die Farben, die Grafik und das Gefühl von Bewegung und passte sie an die Hornet an.
Auffällig ist die große Startnummer 93 auf der grünen Verkleidung. Sie gilt als Anspielung auf Marc Márquez und seine Jahre bei Honda in der MotoGP.
Das Leitmotiv des Umbaus lautete: „Form should follow function, not the other way round.“ Auf Deutsch: „Die Form soll der Funktion folgen, nicht umgekehrt.“ Jede Änderung brauchte also einen Grund. Trotzdem sollte die Maschine klar als Hornet erkennbar bleiben. Das Team sagt dazu: „Despite all the modifications, you can still look at the motorcycle and immediately recognise it as a Honda CB750 Hornet.“ Auf Deutsch: „Trotz aller Änderungen erkennt man beim Blick auf das Motorrad sofort eine Honda CB750 Hornet.“

Was wurde an Fahrwerk und Bremsen der Hornet geändert?
Die Front der Mugen wurde abgesenkt, und Stummellenker ersetzen den serienmäßigen Lenker. Dadurch steht das Motorrad deutlich nach vorn geneigt da, wie es für einen Streetfighter typisch ist.
Auch das Fahrwerk hat das Team weiter angepasst. Die serienmäßigen Nissin-Bremsen sind verschwunden. An ihrer Stelle sitzen radial montierte Vierkolben-Bremszangen von Brembo mit Stahlflex-Leitungen. Die goldenen Gabelholme von Showa tragen Gabelschützer aus Carbon mit HRC-Logo.
Hinten arbeitet ein Federbein mit Ausgleichsbehälter, also mit einem separaten Ölreservoir. Das Heck wurde stark umgebaut, dazu kommt eine geschwungene Banana-Schwinge. Bei den Rädern setzt die Mugen auf zwei Farben: vorne schwarz, hinten gold. Das Hinterrad trägt Dunlop-Rennreifen und wird über eine goldene Kette angetrieben. Gefräste Fußrasten von Gilles Tooling runden den Umbau ab.
Welche Carbon-Teile hat die Hornet Mugen?
Das auffälligste Carbon-Teil ist eine Aerodynamik-Einheit unter dem Scheinwerfer. Mototrofa hat sie von Grund auf neu entworfen und aus echtem Carbon gefertigt.
Übereinander angeordnete Winglets verändern die Front der Hornet deutlich. Das sind kleine Flügel, wie sie aus der MotoGP bekannt sind. Die Herkunft des Motorrads bleibt trotzdem erkennbar. Weitere Carbon-Teile finden sich an der Gabel, am vorderen Kotflügel, am Kühler, an der Hinterradabdeckung und am Kettenschutz.
Der kurze, nach oben geführte Auspuff trägt ein eigenes Hitzeschild aus Carbon mit Mugen-Schriftzug und ein Endstück mit Wabenstruktur. Unter dem Motor sitzt ein großer, geformter Bugspoiler. Das TFT-Display ist nach oben über den Scheinwerfer gewandert. Das räumt das Cockpit auf und lässt die Front kompakter wirken.

Heck und Lackierung: Weniger Grafik als ursprünglich geplant
Auch am Heck hat Mototrofa viel verändert. Das originale Heck der Hornet ist praktisch verschwunden. Stattdessen gibt es ein sehr kurzes, nach oben gezogenes Heck mit sichtbarer Struktur, einer eigens gepolsterten Sitzbank und einem darunter integrierten, dreieckigen LED-Rücklicht.
Die größte Hürde war laut Team aber nicht die Technik, sondern Lack und Grafik. Das Ergebnis ist ein tiefes Waldgrün mit Metallic-Perleffekt, das im direkten Licht golden schimmert. Ein weißer Mittelstreifen und große Startnummernfelder mit der 93 sorgen für den Rennsport-Look. Gold findet sich außerdem an Gabel, Hinterrad und Kette, dazu kommt der angelaufene Auspuff.
Mototrofa hat viele Grafikvarianten ausprobiert. Am Ende setzte sich eine zurückhaltende Lösung durch. Dem Team war klar, dass eine wildere Lackierung auf den ersten Blick vielleicht mehr Aufmerksamkeit bekommen hätte. Es entschied sich trotzdem für weniger Grafik, weil die Mugen gerade dadurch auf andere Weise auffallen sollte.
Wie lange hat der Umbau der Hornet Mugen gedauert?
Vom ersten Konzept bis zum fertigen Motorrad vergingen nur sechs Wochen. Geholfen hat dabei die Erfahrung aus dem ersten Siegerprojekt Fénix.
Das Team wusste dadurch besser, welche Schwierigkeiten auf es zukommen, und konnte schneller entscheiden. Der größte Gegner war trotzdem die Zeit. Mehrere Einzelteile mussten erst entworfen, gefertigt und geliefert werden. Andere Teile wurden während des Aufbaus angepasst und getestet, manche Ideen wurden unterwegs ganz neu gedacht.
Hinter der Mugen steht ein kleines Team. Paulo Ferreira übernahm wie schon bei der Fénix die kreative Leitung. Guilherme Silva kümmerte sich um die Kommunikation und begleitete den kreativen Prozess von Anfang bis Ende. In der Werkstatt setzten Ivaldo Lima und Flávio Ferreira den Umbau um.

Warum setzt Mototrofa auf eine aktuelle Hornet statt auf einen Klassiker?
Für Mototrofa war die Hornet gerade wegen ihres eigenen Charakters interessant. Das Team wollte die Maschine nicht komplett verwandeln, sondern ausloten, wie weit sich die Serienversion treiben lässt.
Die Portugiesen beschreiben die Mugen deshalb als ihre sehr persönliche Vorstellung davon, wie eine ideale Hornet aussehen könnte. Eine gute Umbaubasis ist für sie ein Motorrad, das schon vor dem ersten Handgriff inspiriert und trotzdem Raum für eine eigene Geschichte lässt.
Beim Wettbewerb Honda Customs 2026 traten fünf Umbauten auf Basis der CB750 Hornet gegen fünf auf Basis der XL750 Transalp an. Die Mugen holte dabei 36 Prozent aller Stimmen, die auf die Hornet-Umbauten entfielen. Als Wunschbasis für ein mögliches nächstes Projekt nennt Mototrofa die Honda CB1000F. Sie soll mit ihrem Auftritt und ihrer retro-inspirierten Linie die Chance bieten, etwas ganz anderes als die Mugen und die Fénix zu bauen.

Häufige Fragen
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Was ist die Honda Hornet Mugen?
Die Honda Hornet Mugen ist ein Umbau der CB750 Hornet im Streetfighter-Stil vom portugiesischen Honda-Händler Mototrofa. Sie trägt eine waldgrüne Lackierung mit goldenen Details und viele Teile aus Carbon. Mit ihr gewann Mototrofa den Wettbewerb Honda Customs 2026.
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Warum trägt die Hornet Mugen die Startnummer 93?
Die 93 gilt als Anspielung auf Marc Márquez und seine Zeit bei Honda in der MotoGP. Sie passt zum Konzept des Umbaus, der sich an der Rennsportgeschichte von Honda orientiert.
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Welche Bremsen hat die Hornet Mugen?
Die Hornet Mugen bremst mit radial montierten Vierkolben-Bremszangen von Brembo. Sie ersetzen die serienmäßigen Nissin-Bremsen, dazu kommen Stahlflex-Leitungen.
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Wie lange hat der Bau der Hornet Mugen gedauert?
Der Umbau dauerte vom Konzept bis zum fertigen Motorrad sechs Wochen. Laut Team half dabei die Erfahrung aus dem früheren Siegerprojekt Fénix auf Basis der CB650R.












