- Die GT EVO schaltet mit dem AMT wahlweise vollautomatisch oder per Fußhebel und Lenkertaste, einen Kupplungshebel hat sie nicht.
- Beide Versionen leisten 190 PS (140 kW), wiegen laut KTM 213 kg (470 lbs) und haben den Radar-Tempomaten serienmäßig an Bord.
- Die 1390 Super Duke R und R EVO bekommen für 2027 das 8,8-Zoll-Touchscreen und Bremssättel vom Typ Brembo HyPure.
Eigentlich sollte die KTM 1390 Super Duke GT schon im Januar 2025 bei den Händlern stehen. Gezeigt hatte KTM den Sporttourer im November 2024 auf der EICMA, dann kam die Sanierung des Unternehmens dazwischen und die GT verschwand für fast zwei Jahre in der Warteschleife. Jetzt ist sie zurück in Mailand, und der Händlerstart ist für Anfang 2027 geplant. Am Grundkonzept hat sich wenig geändert: Motor und Fahrwerksbasis stammen weiter aus der 1390 Super Duke R EVO, dazu kommen semiaktive Federelemente, ein Abstandstempomat mit Radar und ein großes Touchscreen-Cockpit. Neu ist dagegen die GT EVO, die es bei der ersten Präsentation noch gar nicht gab. Sie gehört zu den KTM-Neuheiten des Modelljahrs 2027, die der Hersteller auf der EICMA 2026 zeigt.

Was ist an der KTM 1390 Super Duke GT seit 2024 neu?
Die größte Neuerung ist die GT EVO mit dem automatisierten Schaltgetriebe AMT. Dazu kommen eine geänderte Getriebeübersetzung, neue Reifen von Michelin, eine selbstentlüftende Hydraulik für Bremse und Kupplung sowie eine überarbeitete Gabel.
Viele Eckdaten kennt man schon von der Präsentation vor zwei Jahren. Der Motor, das Fahrwerk aus der R EVO, das 8,8-Zoll-Display und der Radar-Tempomat waren bereits 2024 angekündigt. Bei der Serienversion hat KTM aber eine ganze Reihe von Details geändert.
Beim Schaltgetriebe der normalen GT sind der fünfte und der sechste Gang jetzt kürzer übersetzt. KTM betont, dass es sich dabei nicht mehr um Overdrive-Gänge handelt, also nicht mehr um besonders lange Gänge, die nur die Drehzahl auf der Autobahn senken. Die Kupplung arbeitet weiter hydraulisch und mit Anti-Hopping-Funktion, ihr Geberzylinder von Brembo entlüftet sich jetzt aber selbst. Dasselbe Prinzip gilt für den Hauptbremszylinder vorn. Nach Angabe von KTM muss er deshalb nie entlüftet werden.
Ab Werk rollt die GT auf Michelin Power 6 mit zwei Gummimischungen. Die Reifen in den Größen 120/70 vorn und 190/55 hinten sitzen auf Felgen mit 3,5 und 6 Zoll Breite und sind zusammen 1,2 kg leichter als die bisherige Bereifung. Neu ist auch der ABS-Modus Supermoto+. Mit ihm darf das Hinterrad blockieren, die Elektronik begrenzt das Driften dabei auf bis zu 8 Grad.
Wie funktioniert das AMT der Super Duke GT EVO?
Das AMT ist ein normales Sechsganggetriebe, bei dem eine Fliehkraftkupplung das Anfahren und ein elektromechanischer Stellmotor das Schalten übernimmt. Der Fahrer kann alles der Elektronik überlassen oder selbst schalten, ein Kupplungshebel ist in beiden Fällen nicht nötig.
KTM setzt das System bereits in der 1390 Super Adventure S EVO ein. Der Stellmotor dreht die Schaltwalze, also das Bauteil im Getriebe, das die Gänge einlegt. Die Kupplung schließt abhängig von der Motordrehzahl von selbst und hat ebenfalls eine Anti-Hopping-Funktion. Ein Gangwechsel soll nur 50 Millisekunden dauern.
Im Modus A schaltet die GT EVO alle sechs Gänge selbstständig. Im Modus M entscheidet der Fahrer, wann geschaltet wird. Dafür kann er wie gewohnt den Fußhebel nutzen oder Tasten am Lenker. Abwürgen lässt sich der Motor nicht. Die Schaltfolge lautet P, N und dann eins bis sechs. In der Stellung P ist das Getriebe gesperrt, das Motorrad kann also nicht wegrollen. Parkstellung und Leerlauf lassen sich nur über die Schalter am Lenker wählen, das Cockpit zeigt die Parkstellung eigens an.
Entlasten soll das AMT vor allem dort, wo bei einem so großen Motorrad sonst die Kupplungshand gefordert ist, etwa beim Anfahren am Berg, beim Rangieren im Schritttempo sowie beim Beschleunigen und Bremsen. Ein Nachteil beim Gewicht entsteht durch das AMT nicht. KTM gibt für GT und GT EVO dieselben 213 kg (470 lbs) an. Etwas höher liegt dagegen der Verbrauch.

Welche Leistung hat die KTM 1390 Super Duke GT?
Die KTM 1390 Super Duke GT leistet 190 PS (140 kW) bei 10.000/min und stemmt 145 Nm (107 lb-ft) bei 8.000/min. Das gilt für beide Versionen.
Der LC8-Zweizylinder hat 1.350 cm³, eine Bohrung von 110 mm und eine Verdichtung von 13,2:1. Er nutzt die Technik Camshift, mit der sich der Ventilhub verändern lässt. Gegenüber der Vorgängerin 1290 Super Duke GT mit 175 PS kommen auch 60-mm-Drosselklappen, ein um 40 mm breiterer Kühler, ein neu gestalteter Luftfilterkasten mit zentralem Staudruck-Einlass und um 90 Grad gedrehte Einspritzdüsen hinzu.
Länger geworden ist das Wartungsintervall. Das Ventilspiel muss nur noch alle 60.000 Kilometer kontrolliert werden, bei der 1290 GT waren es 30.000 Kilometer. Den Verbrauch gibt KTM für die Version mit Schaltgetriebe mit rund 6,2 Litern auf 100 Kilometer an, für die GT EVO mit rund 6,6 Litern.
Kleiner geworden ist der Tank. Er ist schmaler als bei der Vorgängerin und fasst 19,5 Liter, davon 3 Liter Reserve. Die 1290 GT hatte noch 23 Liter. Rechnerisch reicht eine Tankfüllung damit für rund 315 Kilometer mit Schaltgetriebe und knapp 300 Kilometer mit AMT.
Fahrwerk und Bremsen der Super Duke GT 2027
Der Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl nutzt den Motor als tragendes Teil. Laut KTM ist er dreimal so verwindungssteif wie bei der 1290 GT, außerdem liegt der Schwerpunkt tiefer. Der Radstand beträgt 1.491 mm, die Bodenfreiheit 149 mm. Die Einarmschwinge aus Aluminium, die geschmiedeten Gabelbrücken mit 32 mm Versatz und die Räder bleiben unverändert.
Die Federelemente kommen von WP und gehören zur dritten Generation des semiaktiven Apex-Fahrwerks. Semiaktiv heißt, dass die Elektronik die Dämpfung während der Fahrt laufend anpasst. Die 48-mm-Gabel bietet 125 mm Federweg, das Federbein mit Umlenkung 140 mm. Bei der Gabel sitzt die gesamte Sensorik jetzt im rechten Holm, dadurch ist sie 750 g leichter als zuvor. Das Federbein hat eine elektronische Vorspannung mit den Stufen Soft, Standard und High sowie ein eigens auf die GT abgestimmtes Ventil. Serienmäßig gibt es die Dämpfungsmodi Auto, Comfort, Street und Sport. Track, Pro und eine Anti-Dive-Funktion, die das Eintauchen der Gabel beim Bremsen verringert, kosten extra. Ein Lenkungsdämpfer von WP ist immer dabei.
Vorn bremsen zwei Brembo-Stylema-Vierkolbensättel auf 320-mm-Scheiben, hinten ein Zweikolbensattel auf einer 240-mm-Scheibe. Beim neuen Bremshebel lässt sich das Übersetzungsverhältnis in drei Stufen von 19, 20 und 21 mm einstellen, damit verändert sich, wie direkt die Bremse anspricht. Neben Supermoto+ gehören die ABS-Modi Kurven-ABS, Supermoto und Sport zur Serienausstattung.

Welche Elektronik ist bei der Super Duke GT serienmäßig?
Serienmäßig sind bei beiden Versionen der Abstandstempomat mit Frontradar, das 8,8-Zoll-Touchscreen mit Offline-Navigation und vier Fahrmodi. Viele weitere Assistenzsysteme gibt es nur gegen Aufpreis.
Das neue Display ersetzt das 7-Zoll-Cockpit der 1290 GT. Die Karten für die Navigation lassen sich nach Stadt, Region oder Land herunterladen, sodass die Zielführung keine Datenverbindung über das Smartphone braucht. Fünf Sprachen stehen zur Wahl. Eine USB-C-Buchse und eine integrierte SP-Connect-Halterung für das Smartphone gehören ebenfalls zur Serie.
Ab Werk gibt es die Fahrmodi Rain, Street und Sport sowie einen individuellen Modus. Im Modus Rain sinkt die Leistung auf rund 130 PS (95 kW). Optional sind ein Track-Modus und zwei weitere individuelle Modi. Auch die Kurven-Traktionskontrolle, die Motorbremsregelung, eine fünfstufige Wheelie-Kontrolle, der Schaltassistent Quickshifter+ und die Schleppmomentregelung MSR kosten extra. Anders als früher muss man dafür nicht zwingend ein komplettes Tech- oder Track-Paket kaufen, KTM bietet die Funktionen auch einzeln an.
Neu ist außerdem die Reifendruckkontrolle. Sie kann einen eigenen Solldruck für die Rennstrecke speichern und erkennt einen zweiten Radsatz.
Sitzposition, Licht und Reisekomfort
Optisch ist die GT flacher und kompakter geworden als die 1290 GT. Die Tankspoiler hat KTM neu gestaltet. Die Bremslichter sind in die Blinker gewandert, dadurch fällt das Heck schmaler aus.
Der neue LED-Scheinwerfer schaltet das Abblendlicht automatisch, das Fernlicht arbeitet mit einem Projektor, und das Tagfahrlicht reagiert auf das Umgebungslicht. Dazu kommt ein Kurvenlicht in drei Stufen.
Die Sitzhöhe liegt bei 834 mm. Für längere Etappen hat KTM die Sitzbank überarbeitet. Der 796 mm breite Lenker lässt sich drehen und so um 22 mm nach vorn oder hinten verstellen. Das Windschild ist serienmäßig verstellbar und hat eine hohe Position für Touren.

Was ändert sich an der KTM 1390 Super Duke R und R EVO 2027?
Die 1390 Super Duke R und die R EVO bekommen für 2027 das 8,8-Zoll-Touchscreen und die Bremssättel Brembo HyPure aus der limitierten 1390 Super Duke RR. Dazu kommen neue Lenkerschalter, überarbeitete Fahrmodi und zwei neue Farbvarianten.
Das neue Display ersetzt das bisherige 5-Zoll-TFT. Sein Deckglas ist direkt mit dem Bildschirm verklebt, dadurch soll es besser ablesbar und unempfindlicher gegen Kratzer und Spiegelungen sein. Die Menüs hat KTM vereinfacht, bedienen lässt sich das Cockpit per Finger oder über die neuen Schalter am Lenker. Erstmals hat die Super Duke R damit eine Navigation, die ohne Handy auskommt. Sie bietet Routenplanung, Zielführung, eine Kartenansicht und eine Option für kurvige Strecken. Bei den Fahrmodi verspricht KTM mehr Möglichkeiten zur Personalisierung, Details nennt der Hersteller nicht.
Vorn lösen HyPure-Sättel die bisherigen Stylema-Sättel ab. Brembo hatte sie zuerst bei der Ducati Panigale V4 S des Jahrgangs 2025 eingesetzt, bei KTM kamen sie im April 2026 mit der auf 350 Stück limitierten 1390 Super Duke RR. Zum Motor macht KTM für die R-Modelle keine neuen Angaben.
Bei den Farben gibt es eine orangefarbene und eine schwarze Version. Bei der schwarzen Ausführung ist auch der Gitterrohrrahmen komplett schwarz. Damit verzichtet die Super Duke R erstmals auf ihren typischen orangefarbenen Rahmen.
Die R behält ihr manuell einstellbares WP-Apex-Fahrwerk, die R EVO das semiaktive System. Anders als bei der GT EVO steht das EVO im Namen der R aber nicht für ein AMT. Sie wird weiter mit Kupplungshebel und klassischem Schaltgetriebe gefahren.
Wann kommt die KTM 1390 Super Duke GT und was kostet sie?
Die KTM 1390 Super Duke GT soll Anfang 2027 bei den Händlern stehen. Preise hat KTM bisher weder für Deutschland noch für andere Märkte genannt.
Wann genau die GT EVO verfügbar ist, steht ebenfalls noch nicht fest. Auch für die überarbeitete Super Duke R und R EVO gibt es bislang weder Preise noch einen Liefertermin. Neben den Super Dukes frischt KTM für 2027 auch die 790 Adventure, die 390 Adventure R und X sowie die Einzylinder mit 390 und 125 Kubik auf, dort allerdings vor allem mit neuen Farben und kleineren Ausstattungsdetails.

Häufige Fragen
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Was ist der Unterschied zwischen der KTM 1390 Super Duke GT und der GT EVO?
Die GT EVO hat das automatisierte Schaltgetriebe AMT und braucht keinen Kupplungshebel. Sie schaltet wahlweise vollautomatisch oder auf Befehl des Fahrers per Fußhebel oder Lenkertaste. Motor, Fahrwerk, Ausstattung und das Gewicht von 213 kg sind bei beiden Versionen gleich.
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Wie viel PS hat die KTM 1390 Super Duke GT EVO?
Die KTM 1390 Super Duke GT EVO leistet 190 PS (140 kW) bei 10.000/min und 145 Nm bei 8.000/min. Die Werte gelten auch für die GT mit Schaltgetriebe. Im Fahrmodus Rain sind es rund 130 PS.
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Wie groß ist der Tank der KTM 1390 Super Duke GT?
Der Tank fasst 19,5 Liter, davon 3 Liter Reserve. Das sind 3,5 Liter weniger als bei der Vorgängerin 1290 Super Duke GT.
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Hat die KTM 1390 Super Duke GT einen Radar-Tempomaten?
Ja, der Abstandstempomat mit Frontradar ist bei der GT und der GT EVO serienmäßig. Er passt die Geschwindigkeit an vorausfahrende Fahrzeuge an.
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Hat die KTM 1390 Super Duke R EVO 2027 auch das AMT?
Nein, die 1390 Super Duke R EVO bleibt beim klassischen Schaltgetriebe mit Kupplungshebel. Das EVO steht bei ihr für das semiaktive WP-Fahrwerk. Das AMT gibt es bei den Super-Duke-Modellen nur in der GT EVO.












