- Marquez siegt mit 1,363 Sekunden Vorsprung vor Martin und Marco Bezzecchi
- Enea Bastianini verpasst das Podium um 0,078 Sekunden und fährt einen neuen Rundenrekord im Rennen
- WM-Stand: Martin 333 Punkte, Marquez 331 Punkte, Bezzecchi 284 Punkte
Nach dem Sieg im Sprint am Samstag gewann Marc Marquez am Sonntag auch den Grand Prix über 24 Runden und holte damit die maximal möglichen 37 Punkte. Vor dem Wochenende hatte Jorge Martin noch 12 Punkte Vorsprung, nach dem Sprint waren es sieben. Jetzt sind es nur noch zwei. Martin wurde Zweiter vor seinem Aprilia-Teamkollegen Marco Bezzecchi, der seinen Podestplatz erst auf den letzten Metern gegen Enea Bastianini absicherte. Für Marquez war es der 79. Sieg in der MotoGP und sein vierter Sieg beim Grand Prix von Japan in der Königsklasse nach 2016, 2018 und 2019. Mit dem Rennen in Motegi beginnt die Übersee-Tour, und damit startet die entscheidende Phase der MotoGP-Saison 2026.

Wie lief der Start beim MotoGP-Rennen in Japan?
Jorge Martin startete von der Pole-Position und führte das Feld in die erste Kurve. Marc Marquez sortierte sich direkt dahinter ein, Marco Bezzecchi schob sich in der ersten Runde auf Platz drei nach vorn.
Die erste Startreihe war komplett spanisch besetzt: Martin vor Marquez und Pedro Acosta. Für den KTM-Werksfahrer lief der Start aber erneut schlecht. Acosta, der zuletzt in Österreich gewonnen hatte, bekam seine Reifen in den ersten Runden nicht auf Temperatur und fiel bis zur dritten Runde auf Platz acht zurück. Enea Bastianini, Raul Fernandez und Ai Ogura gingen nacheinander an ihm vorbei.
Alex Marquez hielt sich anfangs auf Platz vier. Der Gresini-Fahrer musste aber eine doppelte Long-Lap-Strafe absitzen, weil er im Sprint einen Unfall in Kurve 3 ausgelöst hatte, bei dem auch Acosta und Fabio Di Giannantonio gestürzt waren. Nach der ersten Strafrunde in Runde 5 lag er hinter Bastianini, nach der zweiten nur noch auf Platz neun. Auch Johann Zarco hatte zwei Long Laps zu absolvieren. Er hatte im Warm-up versucht, sein Motorrad am Streckenrand wieder zu starten, was seit dieser Saison verboten ist.
An der Spitze lag Martin nach zwei Runden rund eine halbe Sekunde vor Marquez. Das Tempo war von Beginn an hoch. In Runde 5 fuhr Bezzecchi eine 1:43,495 Minuten, Martin und Marquez lagen nur knapp darüber. Zum Vergleich: Die bisher schnellste Rennrunde in Motegi stammte von Francesco Bagnaia aus dem Vorjahr und lag bei 1:44,412 Minuten. Der neue Asphalt bot den Fahrern sehr viel Grip.
Wann hat Marquez Martin in Motegi überholt?
Marc Marquez überholte Jorge Martin in Runde 11 innen in der Linkskurve 9. Bis dahin hatte er sich hinter dem Aprilia-Fahrer Runde für Runde herangearbeitet.
Nach Runde 6 betrug der Abstand noch drei Zehntel, nach Runde 9 nur noch 0,149 Sekunden. In dieser Phase erschien auf dem Display von Martins Aprilia eine verschlüsselte Nachricht, dass ihm die Nummer 10 folge. Da Luca Marini mit dieser Startnummer weit hinten fuhr, war klar, dass es sich um einen internen Code zwischen Team und Fahrer handelte. In Runde 10 fuhr Martin mit 1:43,328 Minuten seine schnellste Runde, Marquez war nur 0,034 Sekunden langsamer.
Eine Runde später setzte Marquez zum Angriff an. Martin versuchte kurz darauf zu kontern, kam dabei aber am Ausgang von Kurve 9 auf die grüne Fläche neben der Strecke und verlor Schwung. Marquez baute seinen Vorsprung danach Stück für Stück aus. Nach Runde 15 lag er fast neun Zehntel vorn.
Martin gab sich nicht geschlagen und verkürzte in den Runden 16 und 17 auf gut sieben Zehntel. Marquez antwortete in Runde 18 mit einer 1:43,291 Minuten, der bis dahin schnellsten Runde des Rennens. Danach lag der Abstand wieder über einer Sekunde. Im Ziel trennten die beiden 1,363 Sekunden. Martin und Bezzecchi sollen am Ende des Rennens nur noch sehr wenig Sprit im Tank gehabt haben.

Wie knapp war der Kampf um Platz drei?
Marco Bezzecchi rettete Platz drei mit nur 0,078 Sekunden Vorsprung auf Enea Bastianini. Der Tech3-KTM-Fahrer hatte in den letzten Runden mehr als eine Sekunde aufgeholt.
Bezzecchi fuhr lange Zeit allein auf Platz drei, rund zwei Sekunden hinter dem Spitzenduo. In der Schlussphase wurde Bastianini aber immer schneller und fuhr mehrere schnellste Rennrunden hintereinander. In Runde 22 lag er nach einer 1:43,128 Minuten noch 0,578 Sekunden zurück. In der vorletzten Runde fuhr er 1:43,041 Minuten. Das war die schnellste Runde des gesamten Rennens und ein neuer Rundenrekord im Rennen von Motegi, mehr als eine Sekunde unter der alten Bestmarke.
In der letzten Runde versuchte Bastianini in Kurve 10 einen Angriff, wäre dabei aber fast auf das Heck der Aprilia aufgefahren und musste das Manöver abbrechen. Eine zweite Gelegenheit ergab sich nicht mehr. Bereits im Sprint hatte Bastianini einen Podestplatz verpasst. Er war dort zunächst als Dritter über die Linie gefahren, wurde aber wegen einer Verletzung der Streckenbegrenzung in der letzten Runde um einen Platz zurückversetzt.
Kampf um Platz fünf: Trackhouse-Duo hält Acosta auf
Hinter den ersten vier lieferten sich Raul Fernandez, Ai Ogura und Pedro Acosta über weite Strecken des Rennens einen engen Dreikampf. Acosta hatte sich nach seinem schwachen Start wieder nach vorn gearbeitet und ging in Runde 16 an Ogura vorbei.
Danach nahm er Fernandez ins Visier. In Kurve 9 bremste der Spanier den KTM-Fahrer aber innen aus, die drei fuhren kurzzeitig nebeneinander. Ogura nutzte die Gelegenheit und ging ebenfalls wieder an Acosta vorbei, begleitet vom Jubel der japanischen Zuschauer. Fernandez wurde Fünfter, Ogura kam 0,395 Sekunden dahinter als Sechster ins Ziel. Acosta blieb Platz sieben.
Mit Martin, Bezzecchi, Fernandez und Ogura lagen damit vier Aprilia unter den ersten sechs. Für Ogura war es ein Heimrennen vor großem Publikum. Am Renntag kamen knapp 55.000 Zuschauer an die Strecke, am gesamten Wochenende knapp 122.000. Das ist ein neuer Rekord für den Grand Prix von Japan. Der letzte japanische Sieger bei einem Heimrennen in der Königsklasse war Makoto Tamada im Jahr 2004.

Wer ist beim Japan-GP gestürzt?
In Motegi stürzten Diogo Moreira, Alex Marquez, Jack Miller und Johann Zarco. Moreira und Alex Marquez schieden aus, Miller und Zarco fuhren nach ihren Stürzen weiter.
Für Moreira endete ein besonderes Wochenende enttäuschend. Der Rookie von LCR Honda war im Sprint Zweiter geworden und hatte damit als erster Brasilianer ein Podium in einem MotoGP-Sprint erreicht. Im Grand Prix stürzte er in Runde 9 in Kurve 9, als er auf Platz acht lag.
Alex Marquez stürzte in Runde 19 in Kurve 12, an derselben Stelle wie schon am Morgen im Warm-up. Dabei hatte sein Wochenende stark begonnen: Am Freitag war er Schnellster im Training. Am Ende stand er ohne einen einzigen Punkt da. Fast zeitgleich ging Jack Miller in Kurve 10 zu Boden. Er fuhr weiter und wurde 19. Zarco stürzte in Runde 20 ebenfalls in Kurve 10, setzte das Rennen fort und wurde mit zwei Runden Rückstand gewertet.
Fabio Di Giannantonio fuhr nach seinem Sturz im Sprint mit Schmerzen an den Rippen. Laut VR46-Teamchef Pablo Nieto war nichts gebrochen, der Italiener soll aber Schmerzmittel genommen haben. Er kam nur als 18. ins Ziel.
Welche Rolle spielte der harte Hinterreifen?
Alle 22 Fahrer starteten mit dem mittleren Vorderreifen und dem harten Hinterreifen. Michelin hatte nach starker Blasenbildung im Sprint den weichen Hinterreifen gestrichen und den harten Reifen mit verstärkter Karkasse ausdrücklich empfohlen.
Für die Fahrer war das ein Rennen ins Ungewisse. Den harten Hinterreifen konnten sie erstmals im Warm-up am Sonntagmorgen fahren, das dafür von 10 auf 20 Minuten verlängert wurde. Länger als zwölf Runden am Stück fuhr damit vor dem Rennen niemand. KTM-Teamchef Aki Ajo beschrieb die Lage vor dem Start so: „no one really test this tire“. Auf Deutsch: „Niemand hat diesen Reifen wirklich getestet.“
Im Vorfeld gab es Bedenken, dass die steifere Karkasse vor allem Aprilia entgegenkommen könnte, während Ducati mit dieser Konstruktion zuletzt Probleme hatte. Am Ende war Marquez aber auch auf diesem Reifen schnell. Im Fahrerlager soll die Einschätzung kursiert sein, dass der sehr griffige neue Asphalt den Gripnachteil der härteren Karkasse ausgleicht. Das Rennen war insgesamt 27 Sekunden schneller als im Vorjahr.

Was sagen Marquez, Martin und Bezzecchi nach dem Rennen?
Marc Marquez erklärte nach dem Rennen, dass er sich hinter Martin schwergetan habe, an der Spitze aber sein Tempo kontrollieren konnte. „The race was tough, especially when I was behind Jorge, but I knew that if I was able to lead the race, the pace was good.“ Auf Deutsch: „Das Rennen war hart, vor allem als ich hinter Jorge war, aber ich wusste, dass das Tempo gut ist, wenn ich das Rennen anführen kann.“ Als Martin näher kam, habe er einfach mehr gepusht und danach wieder etwas Druck herausgenommen.
Jorge Martin zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden mit seiner Leistung. „I wanted to win, but I think today was really difficult to beat Marc. I think it was one of the days that I rode almost perfectly.“ Auf Deutsch: „Ich wollte gewinnen, aber ich glaube, heute war es wirklich schwierig, Marc zu schlagen. Ich glaube, es war einer der Tage, an denen ich fast perfekt gefahren bin.“ Er sieht sich mit seinem Paket gut aufgestellt für den Rest der Saison.
Für Marco Bezzecchi hatte der Podestplatz eine persönliche Bedeutung. Er berichtete, dass er bei seiner Ankunft in Japan einen ihm sehr wichtigen Menschen verloren habe. „I wanted this podium so bad.“ Auf Deutsch: „Ich wollte dieses Podium unbedingt.“
Ducati-Corse-Chef Gigi Dall’Igna sprach nach dem Rennen über die Enttäuschung aus Österreich und die Reaktion in Japan: „we are happy and we are proud about the Marc performance.“ Auf Deutsch: „Wir sind glücklich und stolz auf Marcs Leistung.“ Für Dall’Igna soll es der 100. Sieg seit seinem Wechsel zu Ducati gewesen sein. Marquez klebte zu diesem Anlass einen Aufkleber auf die Verkleidung seiner Desmosedici. Über Dall’Igna sagte er: „Now I’m enjoying what Gigi built with all his staff, because in the end one person is impossible.“ Auf Deutsch: „Jetzt genieße ich, was Gigi mit seinem ganzen Team aufgebaut hat, denn am Ende ist eine Person allein unmöglich.“
Wie steht die MotoGP-WM nach dem Rennen in Japan?
Jorge Martin führt die WM mit 333 Punkten an, Marc Marquez folgt mit 331 Punkten. Marco Bezzecchi liegt mit 284 Punkten 49 Punkte hinter der Spitze.
Dahinter folgen Pedro Acosta mit 243, Ai Ogura mit 237 und Fabio Di Giannantonio mit 230 Punkten. Auch in der Konstrukteurswertung ist es eng: Ducati und Aprilia liegen mit jeweils 469 Punkten gleichauf. Ducati führt wegen der höheren Zahl an Siegen, acht gegenüber sieben bei Aprilia. In der Teamwertung baute Aprilia Racing seinen Vorsprung auf Ducati Lenovo auf 122 Punkte aus.
Nach 16 von 22 Rennwochenenden stehen noch sechs Rennen aus. Bezzecchi braucht nach diesem Wochenende dringend gute Ergebnisse, damit sich der Titelkampf nicht auf ein Duell zwischen Martin und Marquez reduziert.

Wie geht es nach Motegi in Indonesien weiter?
Schon am kommenden Wochenende fährt die MotoGP auf dem Mandalika Circuit auf der Insel Lombok in Indonesien. Für Marc Marquez lief es auf dieser Strecke bisher nicht gut.
Bei seinen vier bisherigen Starts in Mandalika hat Marquez noch nie einen Grand Prix am Sonntag beendet. Im Vorjahr endete seine Saison dort nach einer Kollision mit Bezzecchi in der ersten Runde. Ducati-Teammanager Davide Tardozzi hatte schon vor dem Start in Motegi betont, wie wichtig ein starkes Ergebnis in Japan ist: „we know that we will face a very tough race in Indonesia that doesn’t suit properly our bike.“ Auf Deutsch: „Wir wissen, dass uns in Indonesien ein sehr schweres Rennen erwartet, das nicht richtig zu unserem Motorrad passt.“ Je nach Ergebnis im Sprint am Samstag könnte Marquez in Mandalika die WM-Führung übernehmen.
Ergebnis des MotoGP-Rennens in Motegi im Überblick
Marc Marquez gewann vor Jorge Martin (plus 1,363 Sekunden), Marco Bezzecchi (plus 2,252 Sekunden) und Enea Bastianini (plus 2,330 Sekunden). Dahinter folgten Raul Fernandez, Ai Ogura, Pedro Acosta, Francesco Bagnaia, Fermin Aldeguer und Luca Marini als bester Honda-Fahrer. Bagnaia lag im Ziel mehr als 20 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.
Die weiteren Punkte holten Brad Binder auf Platz elf, Fabio Quartararo als bester Yamaha-Fahrer auf Platz zwölf, Somkiat Chantra auf Platz 13, Maverick Viñales auf Platz 14 und Franco Morbidelli auf Platz 15. Chantra ersetzte bei Honda den weiterhin fehlenden Joan Mir und arbeitete sich nach einem frühen Fehler vom Ende des Feldes in die Punkte vor. Viñales kehrte nach vier verpassten Rennen wegen seiner Schulterverletzung zurück.

Häufige Fragen
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Wer hat das MotoGP-Rennen in Japan 2026 gewonnen?
Marc Marquez hat das MotoGP-Rennen in Japan 2026 auf der Ducati gewonnen. Er lag im Ziel 1,363 Sekunden vor Jorge Martin, Dritter wurde Marco Bezzecchi. Für Marquez war es der 79. Sieg in der MotoGP.
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Wie steht die MotoGP-WM nach Motegi?
Jorge Martin führt die WM mit 333 Punkten vor Marc Marquez mit 331 Punkten an. Marco Bezzecchi liegt mit 284 Punkten auf Rang drei. Noch sechs Rennen stehen in dieser Saison aus.
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Wer fuhr die schnellste Runde beim Japan-GP?
Enea Bastianini fuhr die schnellste Runde des Rennens mit 1:43,041 Minuten. Das ist ein neuer Rundenrekord im Rennen von Motegi. Die alte Bestmarke von Francesco Bagnaia aus dem Vorjahr lag bei 1:44,412 Minuten.
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Warum fuhren alle Fahrer in Motegi den harten Hinterreifen?
Michelin hatte nach starker Blasenbildung im Sprint den weichen Hinterreifen gestrichen und den harten Reifen mit verstärkter Karkasse empfohlen. Alle Fahrer folgten dieser Empfehlung. Getestet werden konnte der Reifen nur im verlängerten Warm-up am Sonntagmorgen.
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Wann ist das nächste MotoGP-Rennen nach Japan?
Das nächste MotoGP-Rennen findet schon am kommenden Wochenende in Indonesien statt. Gefahren wird auf dem Mandalika Circuit auf der Insel Lombok. Dort hat Marc Marquez bisher noch nie einen Grand Prix am Sonntag beendet.












