- Marquez holt mit Sprint- und GP-Sieg die vollen 37 Punkte, WM-Stand: Martin 333, Marquez 331, Bezzecchi 284
- Martin musste im Rennen Sprit sparen, Marquez nutzte genau diese Phase zum Überholen
- Der harte Hinterreifen war für fast alle die beste Wahl, getestet hatte ihn vor Sonntag aber kein Fahrer
Das Wochenende der MotoGP in Motegi hat den Titelkampf der Saison 2026 noch einmal enger gemacht. Marc Marquez gewann am Samstag den Sprint und am Sonntag auch den Grand Prix von Japan. Jorge Martin wurde einmal Dritter und einmal Zweiter. Vor dem Wochenende hatte der Aprilia-Pilot noch zwölf Punkte Vorsprung, jetzt sind es nur noch zwei. Doch hinter dem Ergebnis stecken viele Geschichten: ein Spritproblem bei Aprilia, ein Doppelgänger beim Kartrennen, eine verpasste Chance mit dem harten Reifen und mehrere Fahrer, die mit Schmerzen oder eigenen Fehlern kämpften. Mit sechs ausstehenden Rennwochenenden beginnt damit die entscheidende Phase der Saison.

Wie lief das MotoGP-Rennen in Motegi?
Marc Marquez überholte Jorge Martin in Runde 11 in Kurve 9 und gewann danach mit 1,363 Sekunden Vorsprung. Dritter wurde Marco Bezzecchi, der Platz drei nur um 0,078 Sekunden vor Enea Bastianini rettete.
Martin startete von der Pole-Position und führte das Feld in die erste Kurve. Marquez reihte sich direkt dahinter ein und arbeitete sich Runde für Runde heran. Nach Runde 9 lagen nur noch 0,149 Sekunden zwischen den beiden. Eine Runde nach Martins schnellster Runde setzte Marquez innen in Kurve 9 zum Angriff an. Martin versuchte kurz darauf zu kontern, kam aber am Ausgang von Kurve 9 auf die grüne Fläche neben der Strecke und verlor Schwung. Danach baute Marquez seinen Vorsprung Stück für Stück aus.
Hinter dem Spitzenduo fuhr Bezzecchi lange allein auf Platz drei. In der Schlussphase kam Bastianini mit mehreren schnellsten Runden immer näher. In der vorletzten Runde fuhr der Tech3-KTM-Pilot 1:43,041 Minuten, das ist ein neuer Rundenrekord im Rennen von Motegi. Ein Angriff in der letzten Runde in Kurve 10 klappte aber nicht mehr.
Dahinter lieferten sich Raul Fernandez, Ai Ogura und Pedro Acosta einen engen Dreikampf um Platz fünf. Fernandez setzte sich durch, Ogura wurde Sechster und Acosta Siebter. Damit lagen vier Aprilia unter den ersten sechs. Francesco Bagnaia kam als Achter ins Ziel, mehr als 20 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.
Warum konnte Martin Marquez in Japan nicht schlagen?
Martin musste in einer Phase des Rennens seinen Spritverbrauch im Griff behalten und deshalb Tempo herausnehmen. Genau in diesem Moment ging Marquez an ihm vorbei.
Der 28-Jährige erklärte nach dem Rennen, dass er an der Spitze recht konstant fahren konnte. Dann kamen die Probleme mit dem Verbrauch. „I had some issues with my fuel consumption, so I had to manage a bit, and at that point, he took the advantage“, sagte Martin. Auf Deutsch: „Ich hatte Probleme mit meinem Spritverbrauch, also musste ich etwas haushalten, und in diesem Moment hat er den Vorteil genutzt.“
Dazu kam ein Unterschied auf einem bestimmten Teil der Strecke. „In Kurve acht und neun war er deutlich schneller als ich. Dort hat er den Unterschied gemacht“, analysierte Martin. Auf dem Rest der Runde seien beide ähnlich schnell gewesen. Er selbst könne hart bremsen und das Motorrad gut einlenken. Die Beschleunigung sei dagegen klar die Stärke von Marquez. In den schnellen Kurven seien beide sehr schnell.
Martin war mit seiner eigenen Leistung trotzdem zufrieden. Er sprach davon, mit jeder Runde auf der Aprilia besser zu werden. Am Samstag habe das Team einen großen Schritt gemacht, am Sonntag einen weiteren. Dass es trotzdem nicht reichte, beschäftigte ihn sichtlich. „With Marc, you cannot make any mistake either on riding or with the management of the race, so he was stronger.“ Auf Deutsch: „Bei Marc darfst du dir keinen Fehler erlauben, weder beim Fahren noch beim Rennmanagement, also war er stärker.“ Selbst an einem seiner guten Tage sei es unmöglich gewesen, ihn zu schlagen.
Positiv sah Martin, dass Aprilia auf einer Strecke konkurrenzfähig war, auf der sich das Werk früher schwergetan hat. Nach seinen Worten ist es das erste Podium für Aprilia an einem Sonntag in Motegi. Zudem holte er die zweite Pole-Position in Folge.

Was sagt Marquez nach seinem Sieg in Motegi?
Marquez sieht den Grand Prix von Aragon als Wendepunkt seiner Saison. Seitdem fühle er sich auf dem Motorrad sehr wohl, nur in Österreich hätten ihn Probleme mit der Bremse gebremst.
„Seit Aragon war das Gefühl auf dem Motorrad sehr gut. Ich bin immer in der Lage zu verstehen, was ich tun muss“, sagte der Ducati-Pilot. Das schwache Wochenende am Red Bull Ring hakt er als Ausreißer ab. In Japan habe es mit der Bremse keine Probleme mehr gegeben. Motegi war für ihn der sechste Grand-Prix-Sieg an neun Rennwochenenden und der fünfte Doppelsieg aus Sprint und Grand Prix. Insgesamt war es sein vierter Sieg in der Königsklasse in Motegi.
Sein Plan für das Rennen war klar: möglichst früh die Führung übernehmen und dann das Tempo bestimmen. Die ideale Stelle dafür wäre die erste Kurve gewesen. Doch diesmal war Martins Start besser als am Samstag, sein eigener schlechter. Deshalb blieb Marquez in den ersten Runden geduldig. Den harten Hinterreifen kannte er nur aus dem Warm-up. Er wollte erst verstehen, wo das Limit liegt. Nach drei Runden begann er zu pushen. Als er vorne war, habe er das Tempo kontrolliert. Kam Martin näher, habe er etwas mehr Druck gemacht und danach wieder herausgenommen.
Am Freitag war das Gefühl nach seinen Worten bereits gut. Eine kleine Änderung vor dem Sprint habe es noch besser gemacht. Ein Selbstläufer sei der Titelkampf für ihn aber nicht. Das Motorrad habe in Motegi sehr gut funktioniert, ob das auch auf den nächsten Strecken so sei, werde sich erst zeigen.
Warum schickte Marquez einen Doppelgänger zum Kartrennen?
Marquez ließ das Kartrennen der MotoGP-Fahrer am Sonntagmorgen aus, weil er nach dem verlängerten Warm-up seinen rechten Arm behandeln und kühlen musste. Statt selbst zu fahren, setzte er einen Doppelgänger in sein Kart und erhielt dafür eine Rüge der Meisterschaft.
Die Meisterschaft hatte das Kartrennen schon Tage vor dem Wochenende als neuen Programmpunkt beworben. Wegen der Reifenprobleme vom Samstag stand es kurz auf der Kippe. Die Teams wollten ein längeres Warm-up, also wurde der Zeitplan umgebaut. Am Ende passten das auf 20 Minuten verlängerte Warm-up, das Kartrennen und die Paraderunde trotzdem in den Sonntagmorgen.
Das Rennen selbst wurde zur Showeinlage. Die Pramac-Fahrer Toprak Razgatlioglu und Jack Miller sorgten mit ihren Aktionen am Steuer für Unterhaltung. Gewonnen hat Somkiat Chantra vor Pedro Acosta. Die meiste Aufmerksamkeit bekam aber die Person in Marquez‘ Helm und Handschuhen. Ausgerechnet Martin stand mit seinem Kart direkt daneben und versuchte, das Visier hochzuklappen. Der vermeintliche Marquez wich aus. Auch ein Mitglied der IRTA wollte herausfinden, wer im Kart sitzt, bekam aber ebenfalls keine Antwort.
Marquez erklärte nach dem Rennen, dass er die Show verstehe, sein Team aber um die WM kämpfe und nicht zum Spaß Kart fahre. Nach dem Warm-up habe er Eis gebraucht. Jemand aus dem Team sei dann auf die Idee mit dem Doppelgänger gekommen. Die Rüge bestätigte er. „But at this moment you have to be selfish and perform at your maximum when it matters, which is in the races.“ Auf Deutsch: „Aber im Moment muss man egoistisch sein und sein Maximum abrufen, wenn es darauf ankommt, und das ist in den Rennen.“
Martin hatte den Tausch sofort durchschaut. „I spotted it quickly, I knew it wasn’t Marc.“ Auf Deutsch: „Ich habe es schnell gemerkt, ich wusste, dass es nicht Marc war.“ Verständnis zeigte er trotzdem. Auch er sei von der Idee nicht ganz überzeugt gewesen. Ein Rempler von hinten könne einen Fahrer für das Rennen beeinträchtigen. Deshalb sei er in Kurve 1 schnell aus dem Weg gegangen und am Ende bei den Langsamen gelandet. Ähnliche Programmpunkte gab es in dieser Saison schon öfter. Besonders gut kam das Tuk-Tuk-Rennen in Buriram zu Saisonbeginn an.

Warum hat kein Fahrer den harten Reifen früher getestet?
Der harte Hinterreifen mit verstärkter Karkasse galt in Motegi nur als Notlösung für den neuen Asphalt. Die Teams verglichen im Training deshalb wie gewohnt nur den weichen und den mittleren Reifen.
Die Karkasse ist der innere Aufbau eines Reifens, sie bestimmt, wie steif er ist. Der harte Reifen war zwar das ganze Wochenende über verfügbar, beachtet hat ihn aber niemand. Das änderte sich erst, als der weiche Reifen im Sprint unerwartete Probleme machte. Michelin zog ihn daraufhin zurück und empfahl für den Grand Prix den härteren. Erst im verlängerten Warm-up am Sonntag fuhren die Teams ihn zum ersten Mal. Am Ende entschieden sich alle Fahrer für den mittleren Vorderreifen und den harten Hinterreifen.
Im Nachhinein zeigte sich, dass der Reifen mit Abstand die beste Wahl war. Fabio Quartararo brachte es auf den Punkt: „It was funny because nobody used it, and at the end it was the best tyre, so a bit crazy.“ Auf Deutsch: „Es war lustig, weil ihn niemand benutzt hat, und am Ende war es der beste Reifen, also ein bisschen verrückt.“ Marquez ging sogar noch weiter. Er hält den Reifen auch für eine schnelle Runde im Qualifying für gut geeignet. Eigentlich erwarte jeder, dass ein anderer Reifen oder eine andere Karkasse mehr Leistung bringt. Die Art, wie der Reifen im Warm-up funktionierte, sei für alle eine große Überraschung gewesen.
Auch Martin war beeindruckt von den Rundenzeiten. „I felt much more stability, a lot of grip, and yeah, it was a really good tyre.“ Auf Deutsch: „Ich hatte viel mehr Stabilität, sehr viel Grip, und ja, es war ein wirklich guter Reifen.“ Im Sprint hätte er ihn zwar wohl nicht gefahren, ein wenig bereue er aber, ihn nicht früher ausprobiert zu haben.
Alex Marquez erzählte eine Anekdote aus der Teambesprechung. „Wir haben am Morgen im Team noch Witze darüber gemacht, dass, wenn der Reifen funktionieren sollte, das beweist: Wir haben alle keine Ahnung von Motorrädern!“ Er hat auch eine Erklärung für die gute Leistung. Normalerweise kombiniere Michelin eine steifere Karkasse mit der härtesten Gummimischung des Wochenendes. Diesmal sei die steifere Karkasse aber mit der weichen Mischung gepaart gewesen. Das wolle sich sein Team für künftige Rennen merken. Der Reifen soll sich zudem von der harten Karkasse unterscheiden, die etwa in Buriram, Spielberg und Mandalika zum Einsatz kommt. Ogura berichtete, dass selbst im Warm-up noch viele Fahrer mit dem mittleren Reifen gerechnet hätten. Fernandez zeigte sich ebenfalls überrascht, dass der Reifen so gut lief.
Was lief bei Alex Marquez in Motegi schief?
Alex Marquez stürzte im Grand Prix wegen eines Schaltfehlers: Statt einen Gang herunterzuschalten, schaltete er in Schräglage zweimal hoch. Derselbe Fehler hatte ihn schon am Morgen im Warm-up zu Fall gebracht.
Dabei hatte das Wochenende für den Gresini-Piloten stark begonnen. Am Freitag war er Schnellster im Training, im Qualifying wurde er Fünfter und damit zweitbester Fahrer auf einer Ducati GP26. Doch im Sprint ging es schon in der ersten Runde schief. Sein Angriff auf Acosta in Kurve 3 löste einen Unfall aus, bei dem auch Fabio Di Giannantonio stürzte. Dafür bekam er eine doppelte Long-Lap-Strafe. Eine Long Lap ist eine vorgeschriebene längere Schleife neben der Ideallinie, die Zeit kostet.
Im Grand Prix lag der 30-Jährige nach der ersten Runde auf Platz vier. In Runde 5 saß er die beiden Strafen ab und fiel auf Platz acht zurück. Dort hielt er sich, bis er in den letzten Runden stürzte. Es war sein dritter Sturz an diesem Wochenende. Seine Erklärung: „Ich habe meinen Fuß nicht dorthin am Motorrad gesetzt, wo er hingehört. Deshalb habe ich in Schräglage zweimal hoch- anstatt einmal heruntergeschaltet.“ Im falschen Gang habe das Motorrad nach vorne geschoben, und er sei gestürzt. Solche Fehler könne er sich nicht leisten, vor allem nicht zweimal am selben Tag. Immerhin habe die Geschwindigkeit gestimmt.
Die Folgen sind deutlich. Alex Marquez holte am ganzen Wochenende keinen einzigen Punkt und verlor den achten Platz in der WM an Francesco Bagnaia. Im kommenden Jahr fährt er für KTM.
Wie geht es Di Giannantonio nach seinem Sprint-Sturz?
Fabio Di Giannantonio fuhr den Grand Prix mit Schmerzen an den Rippen und an der rechten Hüfte. Er kam nur als 18. ins Ziel und blieb wie schon im Sprint ohne Punkte.
Der VR46-Pilot hatte gehofft, dass es ihm nach einer Nacht Schlaf deutlich besser geht. Das war nicht der Fall. Vor allem auf der rechten Seite, wo ihn der Aufprall getroffen hatte, habe er sich auf dem Motorrad nicht frei bewegen können. Schon die normalen Dinge seien ihm schwergefallen. Die Hüfte erlaube ihm keine natürliche Sitzposition. „At the end, when you bang the ribs, you always have a sort of knife pointed in all the day.“ Auf Deutsch: „Am Ende ist es so: Wenn man sich die Rippen anschlägt, hat man den ganzen Tag eine Art Messer auf sich gerichtet.“ Laut VR46-Teamchef Pablo Nieto war nichts gebrochen. Der Italiener soll aber Schmerzmittel genommen haben.
Jetzt läuft für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit. Das Rennen in Indonesien ist das Heimrennen von Pertamina, dem Titelsponsor seines Teams. Trotz eines engen Programms mit Flügen und Terminen will er so nah wie möglich an 100 Prozent nach Mandalika kommen.
Kampf um Platz fünf: Fernandez spart Sprit, Ogura denkt an die Zukunft
Raul Fernandez hatte im Sprint nur Platz acht erreicht. Im Grand Prix lief es besser, obwohl auch sein Rennen zäh begann. Am Anfang machte ihm sein Trackhouse-Teamkollege Ai Ogura Druck. Als Bastianini an Acosta vorbeiging, nutzte Fernandez die Lücke und überholte den KTM-Werkspiloten ebenfalls. Das Tempo von Bastianini konnte er aber nicht mitgehen.
Ab der Rennmitte entwickelte sich der Dreikampf mit Ogura und Acosta. Acosta überholte Ogura, Fernandez konterte kurz darauf in Kurve 9 mit einem harten Manöver auf der Bremse. Zeitweise fuhren die drei nebeneinander. Fernandez behielt die Nerven und brachte Platz fünf ins Ziel, 14,8 Sekunden hinter Marquez. Ganz ans Limit konnte er bis zum Schluss aber nicht gehen. „In den letzten vier, fünf Runden mussten wir mit dem Sprit haushalten, weil wir einen hohen Verbrauch hatten.“ Es sei das erste Mal gewesen, dass er sich auf einer sogenannten Stop-and-go-Strecke wirklich wohlgefühlt habe, also auf einem Kurs mit vielen harten Bremszonen und Beschleunigungsphasen. In der WM bleibt Fernandez mit 216 Punkten Siebter, 14 Punkte hinter Di Giannantonio.
Für Ogura war es ein Heimrennen mit schwierigem Start ins Wochenende. Nach dem ersten Tag lag der Japaner nicht unter den besten zehn, über die erste Qualifying-Runde kam er noch in Q2, mehr als Startplatz elf war aber nicht drin. Im Sprint wurde er Fünfter, auch weil der Unfall von Alex Marquez drei starke Fahrer aus dem Rennen nahm. Im Grand Prix überholte er zu Beginn gleich Diogo Moreira, Di Giannantonio und Johann Zarco. Ogura war erst in Österreich nach einer Verletzung zurückgekehrt.
Er habe sich einen Plan gemacht, um an Fernandez vorbeizukommen, sagte Ogura. Den habe er wegen Acosta aber nicht umsetzen können, der ihn wieder überholt habe. Danach sei Fernandez fehlerfrei bis ins Ziel gefahren. Platz sechs gehe in Ordnung, für die Fans hätte es aber noch besser sein können. Er denke bereits an das Heimrennen im nächsten Jahr. Mit den Plätzen fünf und sechs ist Ogura jetzt WM-Fünfter.

Warum ist Toprak Razgatlioglu in der MotoGP weiter ohne Chance?
Toprak Razgatlioglu kämpft seit Saisonbeginn mit denselben Problemen: Er bekommt nicht das Maximum aus den Michelin-Reifen, und die Yamaha verhält sich auf der Bremse nicht so, wie er es braucht. Seinen Fahrstil anzupassen, fällt ihm schwerer als erwartet.
In Motegi startete der Rookie vom letzten Platz und kam als 17. ins Ziel. Fabio Quartararo holte als Zwölfter immerhin vier Punkte, lag aber schon über 30 Sekunden hinter Marquez. Razgatlioglu verlor noch einmal knapp neun Sekunden mehr. Hinter ihm kamen nur Di Giannantonio und sein Pramac-Teamkollege Jack Miller ins Ziel. Trotzdem war der dreifache Superbike-Weltmeister erstaunlich gut gelaunt.
Er sprach offen über seine Lage. Er verbessere sich zwar, aber nur ein kleines Stück, weil das Vorderrad ständig blockiere oder springe. Mit diesem Paket müsse er fahren. „Mein Bestes ist nicht genug.“ Und weiter: „Könnte ich mehr mit meinem Stil fahren und wäre entspannter, wäre ich viel stärker.“ Nach 32 von 44 Rennen hat Razgatlioglu 18 Punkte und ist WM-21. Von den 22 Stammfahrern hat nur Maverick Viñales weniger, der lange verletzt fehlte und in Motegi zurückkehrte.
Lob gab es von ihm für Nicolo Bulega, den neuen Superbike-Weltmeister, der 2027 für VR46 Ducati in die MotoGP wechselt. Bulega habe viel mit dem MotoGP-Motorrad und den Pirelli-Reifen getestet und komme zur richtigen Zeit. Er sei jünger und sein Fahrstil passe besser zur MotoGP.
Was bedeutet der 100. Sieg für Ducati-Chef Dall’Igna?
Mit dem Sieg von Marquez in Motegi hat Ducati unter Gigi Dall’Igna seinen 100. Sieg in der MotoGP gefeiert. Von den letzten 203 Rennen seit 2016 hat Ducati damit fast jedes zweite gewonnen.
Dall’Igna kam Ende 2013 zu Ducati, als das Werk in einer tiefen Krise steckte. Er sei stolz auf die Arbeit aller Ducati-Mitarbeiter, sagte er. Die Kehrseite der Zahl 100 sei, dass er alt geworden sei. Seine wichtigste Erinnerung bleibt der erste Sieg mit Andrea Iannone in Österreich. Am meisten am Herzen liegt ihm die Desmosedici von 2015, weil damit ein echter Schritt nach vorne gelungen sei, unter großem Druck. Wichtig ist ihm auch das Motorrad von 2022, mit dem Ducati den ersten Fahrertitel holte.
Das Wichtigste sei das Wissen, das sich Ducati über die Jahre erarbeitet habe. Deshalb blicke er auch positiv auf die Zukunft, selbst wenn sich das Reglement ändert. In den letzten zehn Jahren habe sich das Motorrad stärker verändert als in all den Jahren davor. Ducati war dabei Vorreiter bei Aerodynamik und Systemen zur Absenkung des Motorrads. Für die neue Ära mit 850 Kubikzentimetern sei die erste Entwicklungsphase fast abgeschlossen. Im nächsten Monat stehe ein wichtiger Test an, gespannt sei er vor allem auf den Test in Valencia. Zu den Zugeständnissen für die Konkurrenz, die Aprilia beim Aufholen geholfen haben, wollte er sich nicht weiter äußern. Die laufende Ära nennt er klar golden. „It is certainly a golden era for us, because we have achieved so many results and I think it is really difficult to do any better than this.“ Auf Deutsch: „Es ist sicher eine goldene Ära für uns, weil wir so viele Erfolge erzielt haben, und ich denke, es ist wirklich schwer, das noch zu übertreffen.“
Marquez würdigte nach dem Rennen nicht nur Dall’Igna, sondern auch dessen Mannschaft. Er genieße die Arbeit, die Dall’Igna mit seinem Team aufgebaut habe. Gemeinsam arbeite man an allen kleinen Details, um gegen die beiden Aprilia-Fahrer zu bestehen.

Wie steht es im MotoGP-Titelkampf vor Mandalika?
Jorge Martin führt die WM mit 333 Punkten vor Marc Marquez mit 331 Punkten an. Marco Bezzecchi ist mit 284 Punkten der einzige Fahrer, der noch halbwegs realistische Außenseiterchancen hat.
Beide Titelkandidaten gehen mit viel Selbstvertrauen in die letzten Rennen. Martin sieht sich nach zwei Poles in Folge und Podestplätzen in jedem Rennen zurück auf Kurs. Es fehle noch etwas, aber das sei eine Frage der Arbeit. „Ich bin zuversichtlich, dass ich in den nächsten Rennen schneller sein werde als er.“ Es sei ein Privileg, zu diesem Zeitpunkt noch gegen einen der größten Fahrer der Geschichte zu kämpfen.
Das nächste Rennen findet vom 9. bis 11. Oktober in Indonesien statt. Ducati warnt seit Wochen, dass Aprilia dort klar favorisiert sei. Mandalika gehört zu den Strecken mit dem höchsten Reifenverschleiß im Kalender und soll Aprilia besser liegen als Ducati. Für Marquez ist die Strecke ohnehin schwierig, 2025 verletzte er sich dort schwer. „In Indonesien habe ich noch nie ein Rennen beenden können, ich hatte dort immer ein wenig Pech“, sagte er. Danach geht es zum letzten Mal nach Phillip Island, wo Aprilia im Vorjahr deutlich stärker war als Ducati. Gleichzeitig gilt die Strecke als eine der Paradestrecken von Marquez.
Bezzecchi liegt 49 Punkte hinter Martin und 47 Punkte hinter Marquez. Seit seinem Comeback nach dem Schlüsselbeinbruch am Sachsenring sei er zwar schnell, aber nicht so schnell wie die beiden an der Spitze. Ihm fehle zu Beginn der Wochenenden das Vertrauen, das er zum Saisonstart hatte. Zuletzt habe er am Freitag und Samstag aufholen müssen und sei erst am Sonntag schnell gewesen. Sein Ziel ist es, wieder zu seiner Form vom Saisonbeginn zu finden. In der Teamwertung baute Aprilia Racing seinen Vorsprung auf Ducati Lenovo mit 617 zu 495 Punkten weiter aus.

Häufige Fragen
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Wer hat das MotoGP-Rennen in Motegi 2026 gewonnen?
Marc Marquez hat das MotoGP-Rennen in Motegi gewonnen. Er lag 1,363 Sekunden vor Jorge Martin, Dritter wurde Marco Bezzecchi. Zuvor hatte Marquez auch den Sprint am Samstag gewonnen.
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Warum war Martin in Motegi gegen Marquez chancenlos?
Martin musste im Rennen wegen seines Spritverbrauchs Tempo herausnehmen, in dieser Phase überholte ihn Marquez. Zudem war Marquez nach Martins Aussage in den Kurven 8 und 9 deutlich schneller. Die Beschleunigung sieht Martin als klare Stärke der Ducati.
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Warum fuhr beim Kartrennen ein Doppelgänger für Marc Marquez?
Marquez musste nach dem verlängerten Warm-up seinen rechten Arm behandeln und kühlen lassen. Jemand aus dem Team schlug deshalb vor, einen Doppelgänger ins Kart zu setzen. Die Meisterschaft rügte ihn dafür, Marquez begründete die Entscheidung mit dem Fokus auf den Titelkampf.
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Warum stürzte Alex Marquez beim Japan-GP?
Alex Marquez setzte seinen Fuß in Schräglage falsch auf und schaltete deshalb zweimal hoch statt einmal herunter. Derselbe Fehler hatte ihn schon im Warm-up zu Fall gebracht. Er blieb am ganzen Wochenende ohne Punkte.
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Wann ist das nächste MotoGP-Rennen nach Japan?
Das nächste MotoGP-Rennen findet vom 9. bis 11. Oktober in Mandalika in Indonesien statt. Die Strecke soll Aprilia besser liegen als Ducati. Marc Marquez hat dort noch nie ein Rennen beendet.












