- Red Bull soll das Honda-Werksteam in den Saisons 2027 und 2028 unterstützen
- Honda soll die Abfindung für Quartararos laufenden Monster-Vertrag übernehmen
- Yamaha verliert Monster als Titelsponsor an Aprilia und sucht Ersatz
Der Fahrermarkt für die MotoGP-Saison 2027 hat nicht nur die Aufstellungen der Teams durcheinandergewirbelt. Auch bei den Sponsoren verschiebt sich einiges, und im Mittelpunkt stehen die beiden Energy-Drink-Marken Red Bull und Monster. Medienberichten zufolge hat sich Red Bull mit Honda auf eine Rückkehr als Sponsor des Werksteams geeinigt. Das hat direkte Folgen für den Fahrer, den Honda als neues Aushängeschild verpflichtet hat: Fabio Quartararo muss sich von Monster trennen. Eine offizielle Bestätigung von Honda oder Red Bull gibt es bislang nicht.

Warum muss Quartararo Monster verlassen?
Quartararo muss Monster verlassen, weil Red Bull ab 2027 als Sponsor auf der Honda zu sehen sein soll und beide Marken direkte Konkurrenten sind. Ein Werksfahrer, der persönlich für den Rivalen des Teamsponsors wirbt, passt nicht in dieses Modell.
Für den Franzosen endet damit eine lange Verbindung. Monster begleitet ihn seit seinem Aufstieg in die MotoGP im Jahr 2019, damals noch im Satellitenteam Petronas SRT Yamaha. Als er 2021 ins Yamaha-Werksteam wechselte, blieb die grüne Kralle an seiner Seite, denn Monster war dort Titelsponsor. Alle elf MotoGP-Siege und den WM-Titel 2021 holte Quartararo mit dem Monster-Logo. Die Saison 2027 wird damit die erste seiner MotoGP-Karriere ohne diesen Sponsor.
Ab 2027 fährt Quartararo für das Honda-Werksteam und soll dort das neue Projekt der Japaner anführen. Genau in diesem Moment ordnet Honda auch seine Sponsoren neu.
Wer zahlt die Abfindung an Monster?
Die Abfindung zahlt Berichten zufolge Honda. Quartararos Vertrag mit Monster lief ursprünglich über das Jahr 2026 hinaus, deshalb wurde für den vorzeitigen Ausstieg eine Ausgleichszahlung fällig.
Diese Summe war im Vertrag zwischen Fahrer und Getränkehersteller festgelegt. Wie hoch sie ausfällt, ist nicht bekannt. Honda übernimmt damit die Kosten, die durch den Sponsorenwechsel seines neuen Werksfahrers entstehen.

Ab wann fährt Quartararo mit Red Bull?
Nach aktuellem Stand soll Quartararo ab Januar 2027 zum Kreis der Red-Bull-Athleten gehören. Ob er schon vorher in den neuen Farben zu sehen ist, darüber gehen die Berichte auseinander.
Die erste Gelegenheit ist der Test in Valencia am 1. Dezember, also am Dienstag nach dem Saisonfinale. Dort fährt Quartararo zum ersten Mal den neuen Honda-Prototyp. Einige Berichte gehen davon aus, dass er bei diesem Test noch das Monster-Logo trägt. Andere halten es für möglich, dass die Red-Bull-Farben schon in Valencia auftauchen.
Wichtig ist dabei der Unterschied zwischen Teamsponsor und persönlichem Sponsor. Der Teamsponsor zahlt für Werbeflächen am Motorrad und auf der Teamkleidung. Der persönliche Sponsor steht dagegen auf Helm und Mütze des Fahrers. Dass Red Bull auf der Honda zu sehen sein wird, gilt laut den Berichten als beschlossen. Ob Quartararo auch persönlich Red-Bull-Athlet wird und wie die Marke auf seinem Helm erscheint, ist offiziell noch nicht geklärt.
Der Fall Marquez zeigt einen anderen Weg
Wie so etwas auch laufen kann, zeigt Marc Marquez. Als der Spanier 2025 ins Ducati-Werksteam wechselte, musste er seine Partnerschaft mit Red Bull ruhen lassen, weil Monster zu den wichtigsten Sponsoren von Ducati gehört. Auf Motorrad und Teamkleidung fuhr er mit der grünen Kralle. Einen persönlichen Vertrag mit Monster unterschrieb er aber nicht. Aus Respekt vor seinem langjährigen Partner verzichtete er darauf, das Monster-Logo auf seinen Helm zu setzen, und schloss stattdessen einen Vertrag mit der alkoholfreien Biermarke Estrella Galicia 0,0.
Auch Quartararo könnte also auf einer Honda mit Red-Bull-Logos fahren, ohne die Marke persönlich auf dem Helm zu tragen. Welchen Weg er geht, hängt von den Details seiner Vereinbarung ab.
Red Bull Honda: eine Partnerschaft mit Geschichte
Die Verbindung zwischen Red Bull und Honda ist nicht neu. 2015 stieg der österreichische Getränkehersteller bei der Honda Racing Corporation (HRC) ein. Berichten zufolge sicherte sich Red Bull damals für eine Summe im mittleren einstelligen Millionenbereich 30 Prozent der Werbeflächen am Werksmotorrad, und zwar für neun Jahre bis Ende 2023. Ein wichtiger Grund war Marc Marquez, der seine ersten internationalen Erfolge in Red-Bull-Farben gefeiert hatte. Auch außerhalb der MotoGP arbeiteten beide zusammen: 2017 war Red Bull Titelsponsor des Honda-Werksteams in der Superbike-WM, in dem der inzwischen verstorbene Nicky Hayden und Stefan Bradl fuhren. Team und Lackierung wurden am 6. Februar 2017 vorgestellt.
Das Ende kam mit dem Abschied von Marquez. Im Vertrag stand eine Klausel, die Red Bull einen vorzeitigen Ausstieg erlaubte, falls Marquez Honda verlassen sollte. Ende 2023 einigte sich der mehrfache Weltmeister mit Honda darauf, das letzte Jahr seines Vierjahresvertrags nicht mehr zu fahren. Er wechselte zum Ducati-Kundenteam Gresini und wurde 2025 auf Ducati Weltmeister. Red Bull ging mit ihm. Dazu soll die Fahrerbesetzung mit Joan Mir und Luca Marini für Red Bull wenig attraktiv gewesen sein, und die RC213V galt nicht mehr als wirklich konkurrenzfähig. Das MotoGP-Budget floss für die Jahre 2024 bis 2026 an das KTM-Kundenteam Tech3.
Nach drei Saisons ohne Red Bull folgt nun die Kehrtwende. Als Gründe nennen die Berichte das Vertrauen in die technischen Fähigkeiten der Honda-Ingenieure und das Talent von Quartararo, der bei Yamaha über Jahre seine Markenkollegen hinter sich gelassen hat. Das Logo mit den zwei Stieren soll künftig deutlich auffälliger platziert sein als früher. In der ersten Phase fand es sich vor allem im unteren Bereich der Verkleidung und am Vorderradkotflügel.

Was bedeutet der Deal für Yamaha?
Für Yamaha fällt mit dem Deal ein möglicher Ersatz für Monster weg. Nach Berichten verliert das Werksteam Monster als Titelsponsor an Aprilia und sucht für 2027 einen neuen Namensgeber.
Das wäre die erste Suche dieser Art seit 2019. Bis 2018 trat das Team mit Movistar als Titelsponsor an, damals mit Valentino Rossi und Maverick Viñales. Seitdem stand Monster im Teamnamen. Yamaha soll versucht haben, Red Bull als Nachfolger zu gewinnen. Das scheiterte, weil sich Red Bull bereits früh mit HRC auf eine erneute Zusammenarbeit verständigt hatte. Der aktuelle Vertrag zwischen Yamaha und Monster läuft Ende 2026 aus. Ob die Marke danach ganz von der M1 verschwindet oder mit einer kleineren Präsenz bleibt, ist noch offen.
Für einen Fahrer könnte das eine Erleichterung bedeuten. Jorge Martin fährt 2027 und 2028 für das Yamaha-Werksteam und ist langjähriger Red-Bull-Athlet. Hört Monster bei Yamaha auf, könnte Martin wieder mit Red-Bull-Mütze und Red-Bull-Helm antreten.
Monster bei Aprilia: Warum Jorge Martin auf Red Bull verzichtet
Aprilia hat Monster mitten in der Saison 2026 als Hauptsponsor gewonnen. Seit dem Grand Prix von Italien in Mugello ist die grüne Kralle auf den Werksmaschinen vom Typ RS-GP zu sehen, an der Seitenverkleidung, am Heck und an der Front. In diesem Jahr tritt Monster als Hauptsponsor auf, ab 2027 übernimmt die Marke die Rolle des Titelsponsors. Die Vereinbarung läuft über mehrere Jahre, laut Berichten mindestens bis Ende 2028. Für Aprilia ist es der erste Titelsponsor, seit der Hersteller 2022 zum eigenständigen Werksteam wurde.
Aprilia-Racing-Chef Massimo Rivola sprach bei der Bekanntgabe von einem Meilenstein: „This agreement represents a milestone for Aprilia Racing and the crowning moment of our path of success.“ Auf Deutsch: „Diese Vereinbarung ist ein Meilenstein für Aprilia Racing und die Krönung unseres Erfolgswegs.“
Für Monster ist Aprilia auch wegen der Fahrer interessant. Marco Bezzecchi ist seit Jahren Monster-Athlet, 2027 kommt mit Francesco Bagnaia ein weiterer Monster-Fahrer ins Team. Beide gehören zur VR46 Riders Academy, die ebenfalls von Monster unterstützt wird.
Einen Nachteil hatte der Deal für Jorge Martin. Der Weltmeister von 2024 wird von Red Bull unterstützt, seit er 2014 den Red Bull Rookies Cup gewonnen hat. Mit dem Einstieg von Monster bei Aprilia legte er die Partnerschaft auf Eis. Seitdem trägt er kein Red-Bull-Logo mehr auf Helm und Mütze. Die Monster-Werbung muss er trotzdem auf Lederkombi und Motorrad zeigen, weil diese Flächen Aprilia gehören. Verhandlungen über einen persönlichen Vertrag mit Monster plant Martin nicht. Die Pause bis Saisonende bedeutet für ihn laut Berichten einen spürbaren finanziellen Verlust.

Wie verschiebt sich das Kräfteverhältnis zwischen Red Bull und Monster?
Mit der Rückkehr zu Honda holt Red Bull gegenüber Monster wieder auf. Aktuell ist Monster Titelsponsor der Werksteams von Yamaha und Aprilia und bei Ducati ein wichtiger Partner, während Red Bull in der MotoGP nur bei KTM vertreten ist.
Der Hintergrund: Seit dem weltweiten Verbot von Tabakwerbung sind Energy-Drink-Hersteller die wichtigsten Geldgeber für Hersteller und Teams im Motorrad-Grand-Prix-Sport. Red Bull und Monster ringen seit Jahren um die besten Werbeflächen im Fahrerlager.
Die nächste Veränderung könnte sich bei Ducati andeuten. Der Vertrag zwischen Ducati und Monster läuft Ende 2027 aus. Im Werksteam fahren dann mit Marc Marquez und Pedro Acosta zwei Fahrer, die eng mit Red Bull verbunden sind. Schon nach 2023 soll Red Bull wegen Marquez kurz mit einem Einstieg bei Ducati geliebäugelt haben, der Hersteller aus Borgo Panigale verlängerte aber mehrfach mit Monster. Ob Red Bull einen neuen Anlauf nimmt, ist offen. Spekulationen darüber gibt es im Fahrerlager bereits. Damit ordnet sich neben dem Fahrermarkt auch der Sponsorenmarkt für die MotoGP-Saison 2027 neu.

Häufige Fragen
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Warum trennt sich Quartararo von Monster?
Quartararo trennt sich von Monster, weil Red Bull ab 2027 als Sponsor ins Honda-Werksteam zurückkehrt. Beide Marken sind direkte Konkurrenten. Monster begleitete den Franzosen seit seinem MotoGP-Debüt 2019.
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Ist der Deal Red Bull Honda offiziell bestätigt?
Nein, eine offizielle Mitteilung von Honda oder Red Bull gibt es bisher nicht. Laut Medienberichten gilt die Einigung für die Saisons 2027 und 2028.
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Wer zahlt Quartararos Abfindung an Monster?
Berichten zufolge übernimmt Honda die Abfindung. Quartararos Vertrag mit Monster lief ursprünglich über 2026 hinaus. Die Höhe der Summe ist nicht bekannt.
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Ab wann gehört Quartararo zu den Red-Bull-Athleten?
Nach aktuellem Stand ab Januar 2027. Beim Test in Valencia am 1. Dezember könnte er noch mit dem Monster-Logo fahren. Wie Red Bull auf seinem Helm erscheint, ist noch nicht offiziell geklärt.
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Wer wird 2027 Titelsponsor bei Yamaha?
Das steht noch nicht fest. Yamaha verliert Monster als Titelsponsor an Aprilia und sucht erstmals seit 2019 einen neuen Namensgeber. Ein Versuch, Red Bull zu gewinnen, soll gescheitert sein.












