- Offiziell bestätigt: Der Grand Prix von Ungarn fehlt im MotoGP-Kalender 2027
- Das Saisonfinale steigt vom 26. bis 28. November 2027 in Valencia
- Der komplette Kalender 2027 erscheint am 25. September um 12 Uhr (MESZ)
Am 22. September gab die MotoGP Sports Entertainment Group, früher Dorna, gleich zwei Kalender-Nachrichten bekannt. Zuerst bestätigte sie Valencia als Schauplatz des Saisonfinales 2027. Wenige Stunden später kam die Nachricht, dass Ungarn im kommenden Jahr nicht mehr dabei ist. Damit endet das Kapitel MotoGP Ungarn am Balaton Park schon nach zwei Austragungen. Ganz aufgeben will die Serie das Land aber nicht. Der Blick geht nach Budapest, doch dort fehlt vor allem eines: Zeit.

Warum fliegt der Ungarn-GP aus dem MotoGP-Kalender 2027?
Der Balaton Park erfüllt nach Einschätzung der Serie nicht die kommerziellen Ansprüche der MotoGP, deshalb wurde der Vertrag nicht verlängert. Die Anlage gilt als zu klein, zu wenig glamourös und vor allem als zu schwach besucht.
Beim Ungarn-GP im Juni kamen an drei Tagen gut 80.000 Zuschauer an die Strecke am Plattensee. Das passt nicht zu der Richtung, die die Motorrad-WM unter ihrem Mehrheitseigentümer Liberty Media einschlagen will. Zum Vergleich: Die Formel 1 zieht auf dem Hungaroring in Budapest in den vergangenen Jahren rund 300.000 Fans an.
In einer offiziellen Erklärung vom Dienstagabend heißt es: „Die MotoGP Group kann bestätigen, dass der Grand Prix von Ungarn nicht im Kalender für 2027 aufgeführt sein wird. Ungarn bleibt jedoch weiterhin ein wichtiger Austragungsort für die Meisterschaft, und die MotoGP Group ist bestrebt, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden weitere Möglichkeiten für eine Rückkehr zu prüfen.“
Überraschend kam die Entscheidung nicht. Schon seit dem Frühsommer galt es als wahrscheinlich, dass die zweite Ausgabe am Balaton Park auch die letzte sein würde.
Welche Probleme gab es am Balaton Park?
Neben der geringen Zuschauerzahl gab es von Beginn an Kritik an der Strecke selbst. Viele Fahrer empfanden den Kurs als sehr eng und langsam, außerdem wurden Sicherheitsbedenken laut.
Besonders die erste Kurve stuften die Piloten als heikel ein. Sportlich hatte sich die Strecke trotzdem im Kalender etabliert. Die Anlage direkt am Plattensee war mit großem Aufwand gebaut worden und sollte Ungarn langfristig einen Grand Prix sichern. Im Sommer 2025 fuhr dort zuerst die Superbike-WM, nur wenige Wochen später folgte die MotoGP.
Wie es um die Zukunft stand, deutete Francesco Bagnaia schon vor dem Rennwochenende im Juni an. Auf seine Sicherheitsbedenken aus dem Vorjahr angesprochen, sagte der Ducati-Pilot: „Sie haben nichts geändert, weil es sich um eine provisorische Rennstrecke handelt. Nächstes Jahr werden wir eine andere nutzen. Daher war es schwierig, die Strecke zu verändern.“
Pleite des Veranstalters und Millionenverluste
Auch finanziell stand der Grand Prix auf wackligen Beinen. Der ursprüngliche Veranstalter HUMDA hatte 2023 einen Zehnjahresvertrag mit dem Rechteinhaber unterschrieben. Die Agentur gehört zur Stiftung der Széchenyi-István-Universität und befindet sich seit dem 20. April in Liquidation.
Der neue ungarische Innenminister Gábor Pósfai erklärte im Parlament, HUMDA habe seit Jahren hohe Verluste geschrieben und ihr eigenes Kapital weitgehend aufgebraucht. Zur Bilanz der Rennen sagte er: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Staatshaushalt mehr als zehn Milliarden dafür aufgewendet hat, während die Einnahmen im letzten Jahr bei etwa zwei Milliarden Forint lagen.“ Umgerechnet stehen damit Ausgaben von mehr als 28 Millionen Euro (circa 32 Millionen US-Dollar) Einnahmen von weniger als sechs Millionen Euro (circa 6,4 Millionen US-Dollar) gegenüber.
HUMDA galt vor allem als Prestigeprojekt der Regierung von Viktor Orbán. Nach deren Abwahl soll es keine staatliche Finanzierung mehr geben. Damit das Rennen 2026 trotzdem stattfinden konnte, sprang die Betreibergesellschaft des Hungarorings als Veranstalter ein. Das geschah nach Angaben von Hungaroring-Chef Zsolt Gyulay auf Wunsch der MotoGP selbst.

Warum fährt die MotoGP nicht einfach auf dem Hungaroring?
Der Hungaroring hat keine Homologation für die MotoGP, also keine offizielle Freigabe für Motorrad-Grands-Prix. Für den nötigen Umbau wären Investitionen im hohen zweistelligen Millionenbereich fällig, die der ungarische Staat bislang nicht freigegeben hat.
Das Interesse der Serie an Budapest ist dabei offensichtlich. Die Traditionsstrecke, auf der seit 1986 die Formel 1 fährt, bietet deutlich mehr Platz für Zuschauer, eine frisch modernisierte Infrastruktur und die Nähe zur Hauptstadt. Hungaroring-Chef Gyulay brachte es im Juni knapp auf den Punkt: „Die MotoGP möchte auf jeden Fall zum Hungaroring kommen.“ Er verwies dabei auch darauf, dass Liberty Media als Rechteinhaber der Formel 1 zugleich Mehrheitseigentümer der MotoGP ist.
Das Problem liegt in der Sicherheit. An vielen Stellen stehen die Streckenbegrenzungen zu nah an der Fahrbahn, für Motorräder müsste deutlich umgebaut werden. Das kostet Geld und vor allem Zeit. Carlos Ezpeleta, stellvertretender Geschäftsführer der MotoGP, schilderte die Lage bereits im Juli: „Wir versuchen in den Gesprächen mit der Regierung zu verstehen, wie der Zeitplan für die Adaption des Hungarorings aussieht. Stand jetzt schaut es aber nach einer sehr großen Herausforderung aus, denn wir stehen ja bereits kurz davor, den Kalender für 2027 zu verabschieden.“ Für 2027 werde es sehr schwer, ergänzte er, die Serie denke beim Ungarn-GP deshalb eher langfristig.
Ursprünglich sollte die MotoGP übrigens schon 2025 und 2026 auf dem Hungaroring fahren, so wie zuletzt Anfang der 1990er-Jahre. Das bislang letzte Rennen in Budapest fand 1992 statt. Erst später wurde der Plan geändert und der Balaton Park für zwei Jahre in den Kalender aufgenommen.
Wann könnte die MotoGP nach Ungarn zurückkehren?
Einen Termin für eine Rückkehr gibt es nicht. Laut ungarischen Medienberichten vom Juni soll die Idee eines Umzugs auf den Hungaroring vorerst verworfen oder frühestens auf 2028 verschoben worden sein.
Entscheidend ist, ob die Regierung in Budapest Geld für die Modernisierung freigibt. Innenminister Pósfai zeigte sich im Juni grundsätzlich gesprächsbereit. Die bisherigen Verträge und Erfahrungen sollen geprüft werden, bevor über die künftige Organisation entschieden wird. Angesichts der Verluste der Vergangenheit dürfte der Hungaroring einen größeren Teil der Kosten selbst tragen müssen als unter der alten Regierung. Sollte das Geld fließen, könnten die Gespräche über einen Grand Prix in Budapest wieder Fahrt aufnehmen.

Wann findet das MotoGP-Finale 2027 in Valencia statt?
Das letzte Rennwochenende der Saison 2027 steigt vom 26. bis 28. November auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia. Die Strecke bleibt damit wie gewohnt Schauplatz des Saisonabschlusses.
Seit der ersten Austragung fielen dort zahlreiche Titelentscheidungen. Eine Besonderheit ist die Stadion-Bauweise: Von den Tribünen aus lässt sich fast jede Kurve verfolgen. Nur 2024 musste das Finale wegen der verheerenden Überschwemmungen in der Region nach Barcelona ausweichen.
„Es gibt nur wenige Orte, die den Geist eines MotoGP-Saisonfinales so gut einfangen wie der Circuit Ricardo Tormo“, sagte Carlos Ezpeleta. Die Strecke, die Stadt und die Fans würden jedes Jahr eine besondere Atmosphäre schaffen. Juanfran Pérez Llorca, Präsident der Regionalregierung von Valencia, sprach von einer hervorragenden Nachricht für die Strecke und die gesamte Region. Er sieht die Vergabe als Anerkennung für die Veranstalter und die Fans, die den Grand Prix Jahr für Jahr wachsen lassen.
Schon das Finale 2026 soll größer ausfallen als bisher. Die MotoGP plant ein erweitertes Fan-Programm in der Stadt, von der Ciudad de las Artes y las Ciencias bis zur Marina Sur. Beim MotoGP Fan Fest sollen Fahrer, Unterhaltung und Livemusik in die Innenstadt kommen, als Hauptact ist DJ HUGEL mit einem Event unter dem Titel „HUGEL & Friends“ angekündigt.
Was ändert sich sonst im MotoGP-Kalender 2027?
Der Kalender 2027 soll nur leicht vom diesjährigen abweichen und erneut 22 Grands Prix umfassen. Den frei gewordenen Platz von Ungarn übernimmt nach Angaben der Serie Argentinien.
MotoGP-Chef Carmelo Ezpeleta sagte dazu: „The 2027 MotoGP calendar, however, will only be slightly different from this year’s.“ Der Argentinien-GP kehrt nach Buenos Aires zurück, wo die Motorrad-WM zuletzt 1999 gefahren ist, und ist für den 9. bis 11. April 2027 geplant. Die neue Strecke ist rund 4,34 Kilometer lang und trägt den Namen von Formel-1-Legende Juan Manuel Fangio. Im Juni war in ungarischen Medien zwischenzeitlich noch von Aragón als möglichem Nutznießer des Ungarn-Aus die Rede gewesen, die Veranstalter sollen dafür einen Vertrag über 10 Millionen Euro (circa 11,5 Millionen US-Dollar) abgeschlossen haben.
Weitere Eckpunkte stehen bereits fest. Die Saison beginnt zum dritten Mal in Folge in Buriram in Thailand, vom 5. bis 7. März 2027. Es ist das erste Rennen nach dem neuen technischen Reglement mit 850-Kubik-Motoren, das bis 2031 gilt. Durch das Aus des Balaton Parks rückt der Österreich-GP in Spielberg wieder in den August und findet vom 27. bis 29. August statt. In Australien zieht die MotoGP von Phillip Island nach Adelaide.
Ungarn ist damit nicht die einzige Station, die der neuen Linie weichen muss. Auch beim Australien-GP passten Anspruch und Wirklichkeit nach Einschätzung der Serie nicht mehr zusammen, der Vertrag mit Phillip Island wurde ebenfalls nicht verlängert. Den vollständigen Kalender für die erste Saison der 850er-Ära will die MotoGP am Freitag, 25. September, um 12 Uhr (MESZ) veröffentlichen.

Häufige Fragen
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Warum ist der Ungarn-GP 2027 nicht mehr im MotoGP-Kalender?
Der Vertrag mit dem Balaton Park wurde nicht verlängert, weil die Anlage den kommerziellen Ansprüchen der MotoGP nicht genügt. Mit gut 80.000 Zuschauern an drei Tagen kamen zu wenige Fans, dazu gab es Kritik an der engen Strecke und finanzielle Probleme beim ursprünglichen Veranstalter.
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MotoGP Ungarn: Wann gibt es wieder ein Rennen?
Einen festen Termin für eine Rückkehr gibt es nicht. Die MotoGP will nach eigener Aussage weitere Möglichkeiten prüfen und sieht langfristig Potenzial am Hungaroring, dafür müsste die Strecke aber erst umgebaut und für Motorräder freigegeben werden.
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Warum fährt die MotoGP nicht auf dem Hungaroring?
Dem Hungaroring fehlt die Homologation für die MotoGP. Für die nötigen Sicherheitsumbauten wären Investitionen im hohen zweistelligen Millionenbereich nötig, die der ungarische Staat bisher nicht freigegeben hat.
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Wann ist das MotoGP-Finale 2027 in Valencia?
Das Saisonfinale 2027 findet vom 26. bis 28. November auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia statt. Die Strecke ist traditionell Schauplatz des letzten Rennens der Saison.
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Wann wird der MotoGP-Kalender 2027 veröffentlicht?
Der vollständige MotoGP-Kalender 2027 erscheint am Freitag, 25. September 2026, um 12 Uhr (MESZ). Bereits fest stehen der Saisonstart vom 5. bis 7. März in Buriram und das Finale in Valencia.












