- Neue Explorer-Variante der KLX300 mit 27,2 PS, 142 kg und abschaltbarem Vorderrad-ABS
- US-Preis 6.499 US-Dollar (circa 5.820 Euro), Händlerstart Anfang Januar 2027
- In Japan kommen ab Herbst 2027 drei KLX300-Versionen, die XPL ist nicht dabei
Leichte Enduros mit Reiseausstattung sind gefragt, und Kawasaki besetzt diese Nische jetzt mit einem eigenen Modell. Die KLX300 XPL ABS baut auf der bekannten KLX300 auf. Das Kürzel XPL steht für Explorer, also für Entdecker. Damit macht Kawasaki klar, wofür die Maschine gedacht ist: Sie soll auch lange Etappen auf der Straße bewältigen und danach noch auf Schotter und Waldwegen weiterkommen. Vorgestellt wurde die XPL zusammen mit dem Modelljahr 2027 für Nordamerika. Dort ist die KLX300 jetzt in vier Straßenversionen erhältlich, dazu kommt die reine Wettbewerbsmaschine KLX300R. Für die ganze Baureihe bringt der Jahrgang 2027 einige technische Änderungen, die über die neue Ausstattungsvariante hinausgehen.

Was unterscheidet die KLX300 XPL von der normalen KLX300?
Die XPL bekommt eine Ausstattung für längere Touren, die bei der Basis-KLX300 fehlt: ein hohes, klares Windschild, Handprotektoren, einen runden LED-Scheinwerfer und einen Gepäckträger. Motor, Rahmen und Fahrwerk übernimmt sie unverändert.
Am auffälligsten ist die Front. Statt der schmalen Leuchte, die bei der Standardversion in die Verkleidung integriert ist, sitzt hier ein runder LED-Scheinwerfer mit 5,1 Zoll Durchmesser. Abblend- und Fernlicht haben getrennte Kammern. Ein breiter, gerillter Ring fasst die Lampe ein, und die Positionsleuchten lassen das ganze Glas leuchten. So wirkt der Scheinwerfer wie eine klassische Lampe mit Glühbirne. Den Lichtkegel hat Kawasaki breit ausgelegt, damit er Straße und Wegrand gleichermaßen ausleuchtet.
Das Windschild soll Brust und Kinn aus dem Fahrtwind nehmen und so auf schnellen Etappen die Ermüdung verringern. Die Handprotektoren schützen im Gelände die Hebel und halten auf der Straße zusätzlich Wind ab. Hinten trägt die XPL einen Gepäckträger mit eingebauten Zurrhaken, auf dem sich Ausrüstung für ein Wochenende festschnallen lässt.
Optisch setzt Kawasaki auf Schwarz. Die XPL gibt es nur in Ebony, dazu kommen geschwärzte Anbauteile und ein Dekor im Pinselstrich-Muster. Es spielt auf die KX-Motocrosser der 1980er- und 1990er-Jahre an. Die Zusatzausstattung kostet 4 kg (9 lbs): Fahrfertig wiegt die XPL 142 kg (313 lbs), trocken gibt Kawasaki 134 kg (295,5 lbs) an. Der Tank bleibt mit rund 7,6 Litern so klein wie bei der Basis. Mehr Reichweite bringt die Explorer-Ausstattung also nicht. Sie macht aber längere Tage im Sattel angenehmer.
Was ändert Kawasaki 2027 an der gesamten KLX300-Baureihe?
Alle KLX300-Modelle bekommen 2027 einen überarbeiteten Motor mit etwas mehr Leistung, ABS am Vorderrad und ein neues digitales Cockpit mit Smartphone-Anbindung. Die XPL hat diese Neuerungen ebenfalls an Bord.
Wie viel PS hat die Kawasaki KLX300 XPL?
Kawasaki gibt für den 292-Kubik-Einzylinder jetzt 27,2 PS (20,0 kW) bei 8.000/min an. Das Drehmoment liegt bei 24,9 Nm (18,4 lb-ft) bei 6.800/min. Für das Modelljahr 2026 nannte Kawasaki noch 25,3 PS (18,6 kW) und 24,0 Nm (17,7 lb-ft) bei 7.000/min. Den Zuwachs erklärt Kawasaki vor allem mit einer Änderung im Kurbeltrieb: Am großen Pleuelauge sitzt jetzt ein Gleitlager statt des bisherigen Nadellagers. Das soll die Reibung senken und die Haltbarkeit verbessern.
Die übrige Technik ist bekannt. Der wassergekühlte Motor hat zwei obenliegende Nockenwellen und vier Ventile. Die Nockenprofile stammen von der Wettbewerbsmaschine KLX300R. Das Gemisch kommt über eine Einspritzung mit 34-Millimeter-Drosselklappe von Keihin. Bohrung und Hub messen 78,0 und 61,2 mm, die Verdichtung beträgt 10,9 zu 1. Ein Sechsganggetriebe und ein Kettenantrieb bringen die Kraft ans Hinterrad. Ein Lüfter leitet bei langsamer Fahrt die warme Luft vom Fahrer weg, und gestartet wird per Knopfdruck.
Wie funktioniert das neue ABS?
Das ABS arbeitet nur am Vorderrad. Bei der XPL lässt es sich für das Gelände über einen Schalter am linken Lenkerende abschalten. Das Hinterrad bleibt ohne Regelung, damit es auf losem Untergrund gezielt blockiert werden kann. Nach einem Neustart ist das ABS automatisch wieder aktiv. Damit die ABS-Einheit Platz hat, hat Kawasaki sie auf die rechte Seite verlegt, wo bisher der rechte Kühler saß. Statt zwei Kühlern gibt es jetzt nur noch einen größeren auf der linken Seite. Brems- und Kupplungshebel sind passend dazu kürzer ausgefallen.
Was kann das neue Cockpit?
Das neue LCD-Display hat eine sechseckige Form. Es ist etwa ein Drittel so groß wie das alte Instrument und rund 180 g leichter. Es zeigt unter anderem Tempo, Drehzahl als Balken, Uhrzeit, zwei Tageskilometerzähler, Verbrauch, Bordspannung und Wartungshinweise. Per Bluetooth koppelt es sich mit der App Rideology The App Motorcycle. Darüber lassen sich Fahrten aufzeichnen, Wartungen festhalten und Fahrdaten mit anderen teilen. Eingehende Anrufe und Nachrichten erscheinen auf dem Display.

Fahrwerk und Abmessungen der KLX300 XPL
Beim Fahrwerk bleibt alles beim Alten. Die KLX300 XPL nutzt den Stahl-Perimeterrahmen der Baureihe und eine Aluminiumschwinge. Vorn arbeitet eine 43-Millimeter-Upside-down-Gabel mit einstellbarer Druckstufe und 254 mm Federweg. Hinten federt ein Uni-Trak-Federbein mit Ausgleichsbehälter. Dort lassen sich Vorspannung, Zug- und Druckstufe einstellen, der Federweg beträgt 231 mm.
Die Speichenräder messen 21 Zoll vorn und 18 Zoll hinten, aufgezogen sind Dunlop-Reifen in 3.00-21 und 4.60-18. Vorn bremst eine 250-Millimeter-Wave-Scheibe mit Doppelkolbensattel, hinten eine 240-Millimeter-Scheibe mit Einkolbensattel. Der Lenkkopfwinkel beträgt 26,7 Grad, der Nachlauf 107 mm.
Mit 894 mm ist die Sitzhöhe enduro-typisch hoch, die Bodenfreiheit liegt bei 279 mm. Die XPL ist 2.179 mm lang und 914 mm breit, mit Windschild 1.514 mm hoch, und hat einen Radstand von 1.440 mm. Für längere Strecken hat Kawasaki eine aufrechte Sitzposition und eine dick gepolsterte Sitzbank vorgesehen.
Wie steht die XPL gegen Honda CRF300L Rally und KTM 390 Adventure R?
Der naheliegende Konkurrent ist die Honda CRF300L Rally, die ebenfalls auf eine leichte, einfache Enduro mit Reiseausstattung setzt. Die KTM 390 Adventure R spielt mit knapp 40 PS und mehr Elektronik in einer stärkeren Liga.
Mit der Honda teilt die Kawasaki die Grundidee: wenig Gewicht, einfache Bedienung, geringer Wartungsaufwand. Bei Leistung und Federwegen liegen beide nah beieinander. Den Unterschied macht vor allem das Auftreten. Die Honda gibt sich im Stil einer Dakar-Rallyemaschine, die Kawasaki setzt dagegen auf Rundscheinwerfer und Retro-Dekor. Beide bringen die Reiseausstattung ab Werk mit, ein Griff ins Zubehörregal ist nicht nötig. Die KTM 390 Adventure R bietet mehr Leistung und mehr elektronische Helfer. Die Kawasaki hält mit weniger Gewicht und einem schlichteren Konzept dagegen.
Im eigenen Programm schließt die XPL eine Lücke unterhalb der größeren Reisemodelle, mit denen Kawasaki für 2027 ebenfalls nachlegt, etwa der neuen KLE 650. Die KLX300 XPL gehört damit zu den Neuheiten des Modelljahrs 2027, die das Einsteiger- und Reisesegment breiter aufstellen.

Was kostet die Kawasaki KLX300 XPL und kommt sie nach Deutschland?
In den USA kostet die KLX300 XPL ABS 6.499 US-Dollar (circa 5.820 Euro), ab Anfang Januar 2027 steht sie bei den Händlern. Eine Markteinführung in Deutschland ist bisher nicht angekündigt.
Der US-Preis gilt ohne Steuern, Überführung und Händlerkosten. Die Umrechnung zum aktuellen Kurs dient deshalb nur der Orientierung. Kawasaki Motors Europe hat sich weder zu einer Euro-5+-Zulassung noch zu einem Marktstart in Europa geäußert. Die KLX300-Familie war bisher vor allem in Nordamerika und in Märkten außerhalb der EU erhältlich. Auch in Japan bleibt die XPL vorerst außen vor: Kawasaki Motors Japan will ab Herbst 2027 die KLX300, die KLX300SM und die KLX300 DF anbieten, die Explorer-Variante steht nicht auf der Liste.
Neben der XPL umfasst die US-Baureihe drei weitere Versionen. Die Basis-KLX300 ABS kostet 5.999 US-Dollar (circa 5.375 Euro) in Lime Green oder Bright White und 6.199 US-Dollar (circa 5.550 Euro) in Cypher Camo Beige. Ebenfalls neu ist die KLX300 DF ABS für 6.299 US-Dollar (circa 5.640 Euro). Sie trägt geschwärzte Motor-, Rahmen- und Schwingenteile, Handprotektoren und einen Gepäckträger und ist in Medium Cloudy Gray lackiert. Die Supermoto KLX300SM ABS mit 17-Zoll-Rädern, kürzeren Federwegen und größerer Vorderradbremse kostet 6.399 US-Dollar (circa 5.730 Euro) und kommt bereits im Dezember 2026. Bei ihr lässt sich das ABS nicht abschalten.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Kawasaki KLX300 XPL?
Die Kawasaki KLX300 XPL leistet 27,2 PS (20,0 kW) bei 8.000/min. Das maximale Drehmoment beträgt 24,9 Nm bei 6.800/min. Gegenüber dem Modelljahr 2026 legt der 292-Kubik-Einzylinder damit leicht zu.
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Was kostet die Kawasaki KLX300 XPL?
In den USA kostet die KLX300 XPL ABS 6.499 US-Dollar, umgerechnet circa 5.820 Euro. Das sind 500 US-Dollar mehr als für die Basis-KLX300. Steuern und Händlerkosten kommen noch hinzu.
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Wann kommt die KLX300 XPL nach Deutschland?
Einen Termin für Deutschland gibt es nicht. Kawasaki Motors Europe hat bisher weder eine Zulassung noch einen Marktstart angekündigt. Auch in Japan ist die XPL im Gegensatz zu drei anderen KLX300-Versionen nicht eingeplant.
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Wie schwer ist die KLX300 XPL?
Fahrfertig wiegt die KLX300 XPL 142 kg, trocken 134 kg. Durch Windschild, Handprotektoren und Gepäckträger ist sie rund 4 kg schwerer als die normale KLX300.
➜ Alle technischen Daten zum Modell findest du in unserer Motorrad-Datenbank: Kawasaki KLX300 XPL 2027.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: Neue Motorräder 2027: Alle Modelle, Neuheiten und Highlights im Überblick. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.












