- Plug-in-Hybrid aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb, genaue technische Daten nennt Voge bisher nicht
- Erstes Motorrad mit der neuen Plattform Jiyu Smart Mobility
- Ein Serienmodell ist nicht angekündigt
Am 19. September 2026 hat in Chongqing die 24. China International Motorcycle Expo begonnen, kurz CIMA. Damit startete die Messesaison, die im November mit der EICMA in Mailand weitergeht. Voge, die Premiummarke des chinesischen Herstellers Loncin, nutzte gleich den ersten Messetag für eine eigene Technikpräsentation. Im Mittelpunkt stand die CU-X Hybrid Concept. Sie verbindet einen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb und einer Batterie, die sich von außen laden lässt. Wichtiger als das auffällige Design ist aber, wofür das Motorrad steht. Die CU-X ist das erste Fahrzeug mit der neuen Plattform Jiyu Smart Mobility. Mit ihr sollen Antrieb, Fahrwerk und Assistenzsysteme künftig enger zusammenarbeiten.

Was ist die Voge CU-X Hybrid Concept?
Die Voge CU-X ist ein Konzeptmotorrad und kein Serienmodell. Voge zeigt damit, an welcher Technik das Unternehmen gerade arbeitet und in welche Richtung es sich entwickeln will.
Optisch ist die CU-X ein breiter, flacher Power-Cruiser. Die Front wirkt aggressiv, ein Windschild gibt es nicht. Dazu kommen Details, die man eher von sportlichen Motorrädern kennt, zum Beispiel Schützer vor Brems- und Kupplungshebel. Von vorne fällt ein LED-Tagfahrlicht auf, dessen Form an Eckzähne erinnert.
Voge selbst fasst das Konzept in drei kurzen Sätzen zusammen: „This is more than a new concept. It’s VOGE imagining what the next generation of motorcycling could be like. The future of two-wheeled mobility begins here.“ Auf Deutsch: „Das ist mehr als ein neues Konzept. Es ist VOGEs Vorstellung davon, wie die nächste Generation des Motorradfahrens aussehen könnte. Die Zukunft der Mobilität auf zwei Rädern beginnt hier.“
Chinesischen Berichten von der Präsentation zufolge ist die CU-X das erste Konzeptfahrzeug der Marke mit einem Hybridantrieb aus Benzin- und Elektromotor.
Wie funktioniert der Hybridantrieb der Voge CU-X?
Genau erklärt hat Voge das bisher nicht. Fest steht nur, dass ein Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb und einer extern ladbaren Batterie zusammenarbeitet. Es handelt sich also um einen Plug-in-Hybrid.
Offen ist, wie die beiden Antriebe miteinander verbunden sind. Mehrere Varianten sind möglich. Der Elektromotor könnte den Verbrenner über das Getriebe unterstützen oder das Motorrad auf kurzen Strecken allein antreiben. Der Verbrennungsmotor könnte zeitweise die Batterie laden. Oder beide Antriebe arbeiten gemeinsam, wenn volle Leistung gefragt ist.
Auch zu Hubraum, Batteriekapazität und Gewicht gibt es keine Angaben. Deshalb lässt sich noch nicht sagen, wie viel Kraftstoff das System einsparen könnte. Einige Fachmedien berichten, dass ein Verbrennungsmotor mit zwei Elektromotoren kombiniert sein soll. Die Systemleistung soll bei mehr als 100 PS (rund 74 kW) liegen und damit auf dem Niveau eines 1.000-Kubik-Motorrads. Offiziell bestätigt hat Voge diese Werte nicht.
Warum ein Plug-in-Hybrid gerade zum Cruiser passt
Verbrennungsmotor und Elektromotor haben fast gegensätzliche Stärken. Ein Benzinmotor braucht Drehzahl, bevor er seine volle Kraft entfaltet. Ein Elektromotor liefert dagegen schon aus niedrigsten Drehzahlen viel Drehmoment. Gut abgestimmt kann der E-Antrieb also genau dort helfen, wo der Verbrenner schwach ist.
Bei einem Cruiser ist das besonders interessant. Fahrer solcher Motorräder wollen meist nicht nah am Drehzahlbegrenzer unterwegs sein. Sie erwarten, dass die Maschine aus niedrigen Drehzahlen sauber anzieht, ohne dass ständig heruntergeschaltet werden muss. Ein Elektromotor, der auf den ersten Metern mithilft, könnte einen eher kleinen Verbrenner deutlich kräftiger wirken lassen. Die Ingenieure müssten den Motor dann theoretisch nicht mehr auf die höchste benötigte Spitzenleistung auslegen.
Dazu kommt der Alltag. Wer unter der Woche 15 oder 20 Kilometer pendelt, am Sonntag aber mehrere hundert Kilometer fährt, stellt ein reines Elektromotorrad vor einen schwierigen Kompromiss. Ein Plug-in-Hybrid kann kurze Wege rein elektrisch erledigen und auf langen Touren auf Benzin zurückgreifen.

Welche Technik steckt im Fahrwerk der CU-X?
Die auffälligste Lösung sitzt vorne, denn statt einer klassischen Teleskopgabel nutzt die CU-X eine andere Art der Radführung. Die Beschreibungen gehen allerdings auseinander.
Einige Berichte sprechen von einer Girder-Gabel mit elektronischer Einstellung. Andere beschreiben eine Aufhängung mit doppelten Querlenkern aus Aluminium, wie sie aus dem Autobau bekannt ist. Sie soll das Motorrad beim Beschleunigen und in engen Kurven unter Kontrolle halten.
Das Vorderrad ist als geschlossenes Scheibenrad ausgeführt, die Bremsen stammen von J.Juan. Hinten arbeiten zwei waagerecht eingebaute Federbeine. Die Kraft gelangt per Kardan ans Hinterrad, vorne und hinten sind sehr breite Reifen montiert.
Lenker und Fußrasten lassen sich verstellen. So soll die Sitzposition mal entspannt und mal sportlicher ausfallen können. Außerdem sind eine Stabilitätskontrolle und weitere Assistenzsysteme vorgesehen. Eine Warnfunktion soll Gefahren und Hindernisse in Echtzeit melden. Dafür kombiniert das System Sensordaten mit Satellitenortung.
Jiyu Smart Mobility: Was hinter der neuen Voge-Plattform steckt
Die CU-X ist das erste Motorrad mit der Plattform Jiyu Smart Mobility, auf Chinesisch Jiyu Zhixing. Voge bezeichnet sie nach eigenen Angaben als erste durchgängige Technikplattform für intelligente Zweiräder in der Branche. Sie soll zur gemeinsamen technischen Basis aller Modelle der Marke werden.
Die Plattform besteht aus zwei Teilen. Jizhi kümmert sich um die Verständigung zwischen Fahrer und Motorrad. Dieser Teil nutzt das chinesische Satellitennavigationssystem Beidou und verschiedene Sensoren, um vor schlechten Straßenverhältnissen und Risiken zu warnen. Außerdem verbindet er sich mit Smartphone und Smartwatch und soll aus diesen Daten Vorschläge für die Fahrt ableiten.
Jixing setzt die Befehle der Plattform in das Verhalten des Motorrads um. Dazu gehören der Hybridantrieb, eine aktive Federung, die Stabilitätskontrolle und ein System, das die Fahrzeuglage anpassen kann. Einige Funktionen sollen laut Voge bereits umgesetzt sein. Welche das sind und in welchen Modellen sie stecken, hat die Marke nicht gesagt. Unklar ist auch, welche Systeme an der CU-X selbst schon funktionieren.
Rund um die Präsentation hat Voge weitere Schritte bekannt gegeben. Die Muttergesellschaft Loncin hat eine strategische Partnerschaft mit dem Unternehmen Zhiyuan aus Shanghai geschlossen. Die Firma ist auf verkörperte künstliche Intelligenz spezialisiert, also auf KI in Robotern und Maschinen. Passend dazu führte Voge einen Fahrroboter namens VOGEBOT vor. Außerdem startete die Marke ein Programm, bei dem Nutzer und Partnerfirmen an der Weiterentwicklung der Plattform mitarbeiten sollen.

Kommt die Voge CU-X in Serie?
Das ist bisher nicht vorgesehen. Voge hat kein Serienmodell angekündigt, die CU-X gilt als reine Konzeptstudie.
Einige Medien nennen 2027 als möglichen Termin für eine Markteinführung, Voge bestätigt das aber nicht. Auch zu einem Marktstart in Europa oder zu Preisen gibt es keine Angaben. Weitere Informationen könnte es auf der EICMA im November geben.
Konkreter ist ein anderer Plan: Voge will die Technik der Jiyu-Plattform schrittweise in seine Serienmotorräder bringen. Für ein bestimmtes Modell müsste die Marke das aber jeweils gesondert ankündigen.
Im Cruiser-Segment ist Voge bereits vertreten. Die CU-Baureihe umfasst die CU250, die CU525 und die CU626, das derzeit hubraumstärkste Modell der Reihe. Bekannter ist die Marke außerhalb Chinas bisher für Reiseenduros wie die DS800X und die DS625X, die etwa in Großbritannien angeboten werden. Die CU-X zeigt nun, in welche technische Richtung Voge seine Entwicklung lenken will.

Häufige Fragen
-
Was ist die Voge CU-X?
Die Voge CU-X ist ein Konzept-Cruiser mit Plug-in-Hybridantrieb, den Voge auf der CIMA 2026 in Chongqing vorgestellt hat. Sie kombiniert einen Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb und einer extern ladbaren Batterie. Gleichzeitig ist sie das erste Motorrad mit der neuen Plattform Jiyu Smart Mobility.
-
Wie viel PS hat die Voge CU-X?
Offizielle Leistungsdaten gibt es nicht. Berichten zufolge soll die Systemleistung aus einem Verbrennungsmotor und zwei Elektromotoren bei mehr als 100 PS (rund 74 kW) liegen. Voge hat diese Angabe bisher nicht bestätigt und nennt auch keinen Hubraum.
-
Wann kommt die Voge CU-X auf den Markt?
Ein Marktstart ist nicht angekündigt, die CU-X gilt als reine Konzeptstudie. Einige Medien nennen 2027 als möglichen Termin, eine Bestätigung von Voge gibt es dafür nicht. Weitere Details könnten auf der EICMA im November folgen.
-
Was ist die Jiyu-Plattform von Voge?
Jiyu Smart Mobility ist eine neue Technikplattform von Voge, die Antrieb, Fahrwerk und Assistenzsysteme verbinden soll. Der Teil Jizhi warnt mithilfe von Satellitenortung und Sensoren vor Gefahren und verbindet sich mit Smartphone und Smartwatch. Der Teil Jixing steuert unter anderem Hybridantrieb, aktive Federung und Stabilitätskontrolle.












