Fünf Situationen im Straßenverkehr stellen Motorradfahrer vor eine Entscheidung, die nur Sekunden dauert: Regel befolgen oder heil aus der Sache herauskommen. Ein Blick in die Vorschriften und in die Urteile zeigt, dass die Rechtslage bei einigen dieser Fälle bis heute nicht geklärt ist.
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Ohrstöpsel, Fernlicht am Tag, ein lauter Auspuff, Reflexstreifen und zusätzliche Leuchten: fünf Maßnahmen, die Motorradfahrer sicherer machen sollen. Ein Teil davon ist tatsächlich verboten, ein anderer Teil nur in den Köpfen – und genau deshalb fahren viele unsicherer, als sie müssten.
Fest verbaute Kameras machen ein Fahrzeug in keinem europäischen Land illegal, auch nicht in Österreich oder der Schweiz. Teuer wird es dagegen bei nachgerüsteten Kameras: In Baden-Württemberg verhängte der Landesdatenschutzbeauftragte gegenüber Fahrzeughaltern Bußgelder von 1000 bis 2000 Euro.
Ein Motorradfahrer aus einer sechsköpfigen Gruppe hat nach einem Zusammenstoß mit einem Auto die Hälfte seines Schadensersatzes verloren. Ausschlaggebend war eine Regel, die auf jeder Ausfahrt eine Rolle spielt, im Alltag aber selten mitgedacht wird.
Vom 3. bis 9. August 2026 kontrollieren die europäischen Verkehrspolizeien eine Woche lang verstärkt die Geschwindigkeit, in Deutschland machen 13 von 16 Bundesländern mit. Ein großer Teil der Bescheide geht dabei erfahrungsgemäß nicht an bewusste Raser, sondern an Fahrer, die sich auf Regeln verlassen haben, die es so nie gab.
Barcelona verdoppelt bis 2027 die Zahl der vorgezogenen Aufstellflächen für Motorräder an Ampeln und testet erstmals einen Aufprallschutz mitten in der Stadt. Ein Blick nach Großbritannien, Frankreich und Deutschland zeigt, wie unterschiedlich europäische Städte mit dem motorisierten Zweirad umgehen.
Österreich stellt seine Verkehrsstrafen ab dem 1. Januar 2027 neu auf. Die Strafen für Anonymverfügungen gelten dann in jedem Bundesland gleich hoch und steigen im Schnitt um rund 50 Prozent.
Die Südtiroler Landesregierung hat organisierte Motorsportveranstaltungen auf Passstraßen über 1.600 Metern und in Schutzgebieten untersagt. Der Beschluss gilt ab sofort und wirft für Motorradfahrer eine zentrale Frage auf, die der amtliche Text nicht eindeutig beantwortet.
In Europa häufen sich Fälle, in denen automatische Notbremssysteme ohne echtes Hindernis eine Vollbremsung auslösen. Für Motorradfahrer, die hinter solchen Fahrzeugen unterwegs sind, kann dieses plötzliche Bremsen lebensgefährlich werden.
Ab dem 1. Oktober 2026 gelten in Spanien neue Vorschriften für die Schutzausrüstung von Motorradfahrern und für das Verhalten im Stau. Die Neuerungen betreffen nicht nur Einheimische, sondern auch alle, die mit dem Motorrad nach Spanien reisen.
Die EU-Kommission hat einen Entwurf vorgelegt, der den Führerschein als digitales Dokument aufs Smartphone bringen soll. Geregelt werden Format, Sicherheit und Gültigkeit sowie heikle Praxisfragen wie der Entzug der Fahrerlaubnis über Ländergrenzen hinweg.
Eine beiläufige Aussage von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas in der ARD-Talkshow „Caren Miosga“ hat eine alte Streitfrage neu entfacht: Dürfen Motorräder im Stau zwischen den Autos hindurchfahren? Während das in Deutschland verboten bleibt, sammelt eine Petition an den Bundestag Unterschriften für eine Legalisierung.
Zum 1. Juli 2026 tritt eine Aktualisierung des Straßenverkehrsgesetzes in Kraft, die den Handel mit Punkten unter Strafe stellt und die digitale Parkraumkontrolle erlaubt. Für Motorrad- und Autofahrer ändern sich damit gleich mehrere Regeln auf einmal.
Die B 54 im Aartal steht erneut im Mittelpunkt einer Debatte um Motorradlärm und Verkehrssicherheit. Zwei Ortsvorsteher fordern jetzt eine Sperrung der Bundesstraße an Wochenenden, von der einheimische Motorradfahrer ausgenommen werden sollen.
Gegen drei Motorradfahrer aus Niedersachsen läuft ein Ermittlungsverfahren wegen verbotener Kraftfahrzeugrennen und Gefährdung des Straßenverkehrs auf der Landesstraße 485 am Roten Berg. Auslöser sollen Videos der Fahrten sein, welche die Beschuldigten selbst im Internet veröffentlicht haben.
Umweltverbände bringen ein bundesweites System von Lärmschutzzonen mit Plakettenpflicht für Motorräder ins Gespräch, ähnlich der bekannten Umweltplakette. Im Mittelpunkt steht eine Schallobergrenze von 80 dB(A), deren tatsächliche Bedeutung stark davon abhängt, wie und wo gemessen wird.
Eine internationale Recherche wirft KTM vor, systematisch illegale Sportenduros auf die Straße zu bringen. Die Vorwürfe klingen dramatisch, doch bei genauer Betrachtung zeigt sich ein deutlich differenzierteres Bild.
Telefonieren am Steuer kostet in vier französischen Départements ab sofort den Führerschein. Was als lokale Initiative in den Landes begann, breitet sich aus und betrifft auch Motorradfahrer.
Zwei Geschwindigkeitsverstöße auf dem Motorrad kosten den ehemaligen Isle-of-Man-TT-Piloten und TV-Moderator Guy Martin den Führerschein. Ein Gericht im englischen Loughborough verhängte eine sechsmonatige Fahrsperre und eine Geldstrafe von insgesamt 1.329 Pfund (circa 1.550 Euro / 1.720 US-Dollar).
Eine neue Studie des American College of Surgeons zeigt, dass sich die Behandlungskosten nach Motorradunfällen in Michigan nach dem Wegfall der universellen Helmpflicht drastisch erhöht haben. Die finanziellen Folgen tragen nicht nur die Betroffenen, sondern auch Steuerzahler und öffentliche Versicherungen.

















